Ding, Ding, Ding – Jackpot!

Immer, wenn ich eine Drogenfund-Story dieser Art lese, stelle ich mir die zwei Beamten vor, die den Container öffnen, in dem haufenweise Koks versteckt liegt. Was für ein großartiger Moment! Was für ein Game-Changer im drögen Drogenfahndungsalltag!

In meinem Kokain-Kopfkino stehen zwei Herren mittleren Alters unaufgeregt am Hafen – ist halt auch nur ‘n Job – und setzen an, den x-ten Container zu öffnen, ohne zu wissen, was darin auf sie wartet.

Zwischen den geöffneten Türen befinden sich Jacque und Claude dann für ein paar Sekunden in diesem epischen Zwischenmoment: Für ein paar Augenblicke ist nicht klar, ob sie den nächsten stinknormalen Kiwi-Container oder die Tore zu einem bombastischen Fahndungs-Jackpot geöffnet haben.

Ob sich die beiden kollegenmäßig grinsend ein High-Five zu schmeißen – wenn ihnen ihre Drogenspürhunde unmissverständlich signalisieren, dass es sich nicht um Kiwis, sondern Koks handelt? I hope so. Hoffentlich geschah es so oder so ähnlich kürzlich in der nordfranzösischen Hafenstadt Le Havre.

Außergewöhnliche Menge an Koks

Die Zollbeamten in Le Havre stellten am Wochenende fette 752 Kilogramm Kokain sicher. In einem Container aus Südamerika. Ding, Ding, Ding – Jackpot! Das Rauschgift habe einen Schwarzmarktwert von mehr als 30 Millionen Euro, teilte der zuständige französische Budgetminister Gérald Darmanin mit. Der Menge der am Freitag gefundenen Kokain-Beutel sei außergewöhnlich, erklärte der Minister. Bisher kam es in dem Fall zu keiner Festnahme.

Nichts gegen den Fund in Gent

Erst im August ging der belgischen Polizei ein viel größerer Fang ins Netz. Fast zwei Tonnen Kokain im Werte von hundert Millionen Euro wurden am Hafen in Gent entdeckt. Es sei die größte Beschlagnahme aller Zeiten in der Stadt im belgischen Nordwesten gewesen.

[Zusammen mit: dpa]

Quelle: Noizz.de