So viel Kokain wurde seit Jahren nicht mehr beschlagnahmt

„Kokaina“ von Miami Yacine, „Bianco“ von Young Hurn & RIN, das Netflix-Drama „Narcos“ – eine Weile war Kokain in der Popkultur nicht mehr so präsent. Und auch der Kokain-Markt floriert mehr und mehr. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) erklärte, wurden 2017 insgesamt sieben Tonnen beschlagnahmt: das ist dreimal so viel wie im Vorjahr.

Laut dem NDR wurde noch nie so viel Kokain sichergestellt, wie in diesem Jahr. Der Grund: die wachsende Produktion in Südamerika und die damit erhöhten Exportzahlen nach Deutschland und Westeuropa. Das hohe Angebot an Kokain soll die Nachfrage nach der Droge erhöhen, vermutet der BKA-Beamte Christian Hoppe.

Besonders in Hamburg und im Bremerhaven wurden hohe Mengen an Kokain konfisziert. Insgesamt wird aber nur ein kleiner Teil des Kokains in Deutschland entdeckt. Da in diesem Jahr dennoch so viele Tonnen sichergestellt wurden und die Dunkelziffer deutlich höher ist, spricht der Leiter des Zollfahndungsamtes Hamburg René Matschke von einer „Kokain-Schwemme“.

Das sorgte auch für die kuriosesten Geschichten über Kokain-Funde. Die letzte große Entdeckung waren 220 Kilo Kokain in 39 Bananenkisten aus Ecuador. Der Obsthändler aus der Umgebung von Heilbronn sei zufällig beim Auspacken der Ware auf das Kokain gestoßen und habe sofort die Polizei informiert.

Den größten Fund in diesem Jahr machte jedoch in die Hamburger Polizei. Insgesamt haben sie 3,8 Tonnen (!) Kokain im Wert von 800 Millionen Euro auf einem südamerikanischen Frachter im Hamburger Hafen entdeckt. Mit einer Spezialeinheit wurde das Terrain um den Frachter gesichert und das Kokain beschlagnahmt.

Kokain wird hauptsächlich in Kolumbien produziert – Mindestens 900 Tonnen pro Jahr, noch mehr als zu Zeiten von Pablo Escobar. Die Koka-Pflanze ist der Hauptbestandteil von Kokain und wird überwiegend in Südamerika angebaut. Sie ist einfach anzupflanzen und kann mehrmals im Jahr geerntet werden. Die restlichen Mengen für den Weltmarkt kommen vor allem aus Bolivien und Peru.

Quelle: tagesschau.de