Derzeit sorgt in den sozialen Medien ein Video für großes Aufsehen, in dem dem Anschein nach Sänger Xavier Naidoo zu sehen und ein politischer Song zu hören ist.

In den Kommentarspalten werfen zahlreiche Nutzer dem Sänger Rassismus vor. Wer das Video, wann ins Netz stellte, ist unklar. Eine Bitte um Stellungnahme ließ Xavier Naidoo zunächst unbeantwortet. Xavier Naidoo sitzt derzeit mit Dieter Bohlen in der Jury der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar".

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Video mit kodierten, aber klaren rassistischen Botschaften

Im aufgetauchten Video singt Xavier Naidoo, vermutlich aufgenommen mit einer Handykamera: "Eure Töchter, eure Kinder sollen leiden, sollen sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden". Er meint scheinbar Deutschland, so interpretiert man es als Zuhörer, "verrecke" an politischer Korrektheit. "Es fehlt Mann, der dieses Land noch retten kann" singt er. Zudem verbreitet Xavier Fake News, indem er von angeblich täglich geschehenden Morden von "Gästen" an "Gastgebern" und "meinen Leuten" singt.

Er nutzt Codes, adressiert durch sie vermutlich schutzsuchende geflüchtete Menschen, hetzt gegen sie und verbreitet falsche Informationen. Eine Twitter Userin schreibt zum Video: "Die Lache am Schluss sagt alles! Unheimlicher Typ! Nur fürs Protokoll! Als Deutsche sehe ich mich nicht als Gastgeber Herr #Naidoo. Jeder hat das Recht darauf, zu leben wo es ihm gefällt und weg zu gehen wo es nicht gefällt! Die Erde ist ohne Grenzen gemacht worden!"

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Seit 1999 fällt Xavier Naidoo mit rassistischen Aussagen und Verbreitung rassistischen Gedankenguts auf. 2012 erschien ein homophober Song namens "Wo sind sie jetzt", der Gewalt verherrlichte. Auf Montagsdemos von Rechten hatte Naidoo mehrere Auftritte, in Videos aus den Auftritten verbreitet und beteiligt er sich an Verschwörungstheorien. Seine rassistischen, homophoben und antisemitschen Aussagen und Songs vermarktet er unter Meinungsfreiheit.

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Fernsehsender verurteilen das Video von Naidoo

Der Fernsehsender RTL fordert Popstar Xavier Naidoo auf, sich zu einem viralen Video zu erklären. In dem Posting, das RTL am Mittwoch über Twitter verbreitete, heißt es: "1. Wir distanzieren uns von jeglicher Form von Rassismus 2. Auch wir sind irritiert von dem aufgetauchten Video 3. Wir erwarten klare Antworten von Xavier #Naidoo". Auch ProSieben äußerte sich zu dem Video auf Twitter: "Lieber Xavier #Naidoo, mit Hass, Hetze und alternativen Fakten hat noch niemand eine Gesellschaft besser gemacht. Sie auch nicht."

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In einem Interview mit dem Magazin "Musikexpress" bezeichnet sich Xavier Naidoo selbst als Rassisten, wobei er seinen Rassismus mit seinem Glauben rechtfertigt. Xavier Naidoo ist ein extrem religiöser Christ. Außerdem glaubt er an Verschwörungstheorien.

Gerade aktuell, aber auch allgemein ist es unheimlich gefährlich, wenn Menschen mit großer medialer Plattform Hass und Hetze schüren und diesen auch noch mit falschen Informationen unterstützten.

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Ein Aufruf zum Boykott von Xavier Naidoo

Viele prominente regen sich derzeit auf Twitter darüber auf, dass es lange bekannt gewesen ist, was für eine Gesinnung Xavier Naidoo hat und seine Plattform für Hetze und Verbreitung rechten Gedankenguts nutzt, er selbst aber wenig Konsequenzen erfährt. Naidoos Nominierung im Jahr 2015 für den Eurovision Songcontest wurde zwar zurückgezogen, trotzdem ist er im Deutschen Fernsehen noch allseits präsent. Das kann sich jetzt durch eine Petition für seinen Ausschluss aus der DSDS-Jury, die bereits gestartet hat, ändern.

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[Text: Zusammen mit dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de