Will Smith hat sich in einem Interview über eigene rassistische Erfahrungen mit der Polizei geöffnet. Besonders eine berüchtigte Persönlichkeit der US-Polizei stellte er dabei heraus. Auch für die "Black Lives Matter"-Bewegung fand er klare Worte.

Denkt man an Will Smith, kommen einem drei Begriffe in den Sinn: Erfolg, Action und gute Laune. Doch nun verriet der Top-Star in einem Podcast: In seiner Kindheit und Jugend ging es nicht immer so fröhlich zu. Auch er musste viel Rassismus seitens der Polizei erleben. Über seine persönlichen Erfahrungen sprach der 51-jährige Schauspieler als Gast bei dem Podcast "On 1" mit Angela Rye, einer bekannten Schwarzen Anwältin und politischen Kommentatorin.

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Rassistischer Politiker Frank Rizzo

Smith beschrieb, wie er als junger Afroamerikaner in seiner Heimatstadt Philadelphia häufig von der Polizei angehalten wurde und zur Zielscheibe rassistischer Beleidigungen wurde. Besonders über eine berüchtigte Persönlichkeit dieser Zeit ging er bei seinen Schilderungen ein: Frank Rizzo, ein amerikanischer Politiker und von 1972 bis 1980 Bürgermeister von Philadelphia war. Er begann seinen Werdegang als Polizist und arbeitete sich bis zum Polizeichef der Stadt empor.

Smith sprach davon, unter Rizzos Amtszeit als Polizeikommissar und später als Bürgermeister aufgewachsen zu sein, und beschrieb ihn als Person mit "eiserner Hand". Rizzo ist unter anderem wegen seines harten Umgangs mit der LGBTQ-Szene und der Schwarzen Community zum Symbol für Rassismus und Spaltung geworden.

So sehr, dass eine Gedenkstatue des ehemaligen Bürgermeisters im vergangenen Monat von städtischen Beamten entfernt wurde, als Reaktion auf George Floyds Tod, nachdem Demonstranten sie verwüstet, in Brand gesteckt und mit Seilen umwickelt hatten, um sie zu Boden zu stürzen.

Polizisten beschimpften ihn mit N-Wort

"Ich bin von der Polizei in Philly mehr als zehn Mal als N***** bezeichnet worden", sagte Smith. Ich wurde häufig angehalten. Ich verstehe also, wie es ist, unter diesen Umständen mit der Polizei zu tun zu haben, das Gefühl zu haben, dass sie eine Art Besatzungsmacht ist.

Weiter erzählte über seine Erfahrungen als Schüler einer katholischen Privatschule in einem Vorort von Philadelphia. Dort seien ihm die Unterschiede zwischen Weißen und Schwarzen bewusst gemacht worden und er lernte, Ungleichheit "auf eine wirklich interessante Weise" zu verstehen, so Smith.

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"Weiße Kinder waren glücklich, wenn die Polizei auftauchte, und mein Herz begann immer zu klopfen. Menschen, die nicht mit diesen Erfahrungen aufwachsen, können einfach nicht begreifen, wie es sich anfühlt, in einem besetzten Gebiet zu leben."

Hier ist das Interview:

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Ermutigt von "Black Lives Matter"

In Bezug auf die "Black Lives Matter"-Bewegung und die Proteste, die durch die Ermordung von Floyd ausgelöst wurden, sagte Smith, er sei "zutiefst ermutigt durch die Verbundenheit der Protestierenden weltweit".

"Friedliche Proteste stellen einen Spiegel der dämonischen Bilder ihres Unterdrückers dar", sagte er. Und je ruhiger sie in ihrem friedlichen Protest sind, desto klarer ist der Spiegel für den Unterdrücker, so dass die Welt ihn sehen kann und die Unterdrücker sich selbst sehen können."

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  • Quelle:
  • Noizz.de