Bei Wanderzirkussen geht es hauptsächlich um eines: etwas zur Schau stellen. Meistens ist dieses "etwas" das Talent der Zirkusleute, zu oft ist es aber auch ein gefangenes, wildes Tier. Frankreich will das jetzt ändern und Wildtiere in Wanderzirkussen schrittweise verbieten.

Am Montag gab Frankreichs Umweltministerin bekannt, dass Wildtiere in Wanderzirkussen schrittweise verboten werden. "Dies ist der Beginn einer neuen Ära", bekundete Barbara Pompili. Da das Leben in Wanderzirkussen nicht mit dem Wohlergehen der Tiere vereinbar sei, soll nach Angaben der Ministerin den Zirkussen dabei geholfen werden, ein Programm ohne wilde Tiere zu entwickeln. Pompili nannte kein konkretes Datum für die Umsetzung des Verbots – der Prozess solle mehrere Jahre dauern.

Keine Gefangenschaft mehr für Delfine

Die Ministerin kündigte auch maßgebliche Veränderungen für Delfinarien an, in denen Delfine und andere Wale in Gefangenschaft leben. Zum einen dürfen keine neuen Delfinarien mehr gebaut und keine neuen Delfine oder Wale eingeführt werden. Außerdem soll die Zucht in Gefangenschaft gestoppt werden. Pompili gab auch das Ende der Nerzzucht für Pelze bekannt.

Delfine dröhnen sich mit Hilfe von Kugelfischen zu

Gequälter Löwe Jon aus französischem Zirkus befreit

Erst im Juni wurde ein Löwe aus einem Zirkus in der Normandie wegen Tierquälerei von der französischen Polizei beschlagnahmt. Das Zirkustier Jon war abgemagert und wog mit 116 Kilogram knapp die Hälfte eines ausgewachsenen Löwen. Seine Krallen hatte man – obwohl es gesetzlich verboten ist – entfernt. Am schlimmsten: Über sein ganzes Fell und seinen Schwanz waren alte Narbe und frische Wunden zu erkennen.

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Trotz der Tierquälerei, die Jon erlitt, sei er laut des Tierschutzvereins Tonga Terre d’Accueil Menschen gegenüber nicht aggressiv. Durch die Bemühungen der Organisation fand der Löwe beim Zoo Saint-Martin-la-Plaine ein neues Zuhause. Aufgrund seines Zustands wurde er zuerst drinnen gehalten, jetzt geht es ihm aber gut genug, um sich auch im Außengehege aufzuhalten.

[Text zusammen mit: dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de