Einblicke ins Geschäft von Joaquín Guzmán.

Der mexikanische Ex-Drogenboss Joaquín Guzmán, genannt El Chapo, steht gerade in den USA vor Gericht. Der Prozess wurde von vielen mit Spannung erwartet, weil es das erste Mal überhaupt ist, dass ein Drogenboss von diesem Format in den Vereinigten Staaten seinen Prozess bekommt.

Die USA lassen sich öfter mal Drug Lords ausliefern, die plädieren jedoch meist auf schuldig und wandern direkt ins Gefängnis, sodass man von ihren Geschäftspraktiken nie im Gerichtssaal erfährt.

Vom El-Chapo-Prozess gibt es keine Fotos. So soll der Drogenboss bei seiner ersten Vorladung ausgesehen haben.

Bei El Chapo ist das anders: Da der einen relativ aussichtslosen Kampf um seinen Freispruch führt, wird seine Geschichte vor Gericht bis ins Detail erörtert. Die Behörden erhoffen sich auch Hinweise, die ihnen in Zukunft beim Kampf gegen die Kartelle helfen sollen.

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Jetzt wurde laut der „New York Post“ im Verhandlungssaal ein Video aufgeführt, das eine der spektakulärsten Auseinandersetzungen des Mexikaners mit den USA zeigt. Die amerikanische Küstenwache war in der Karibik auf ein U-Boot gestoßen, mit dem El Chapos Kartell Kokain in Richtung Norden transportieren wollte.

Die Szene spielte sich im September 2008 vor der Küste Guatemalas ab. Das Boot ist ein sogenannter Halbtaucher, sprich: Der Großteil befindet sich unter Wasser, Cockpit und Abgasrohre bleiben jedoch stets an der Oberfläche.

Über diese Rohre versuchte sich die US-Küstenwache, Zugang zum Boot zu verschaffen. Der Kapitän ging sogleich abrupt in den Rückwärtsgang, um die Amerikaner abzuschütteln. Außerdem wollten die Mexikaner das Boot mitsamt seiner Ladung versenken.

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Die konnte die Küstenwache am Ende doch noch sicherstellen: Nachdem die Besatzung verhaftet wurde, fanden Kommandeur Todd Bagetis, der jetzt vor Gericht aussagte, und seine Männer sage und schreibe 6.000 Kilo Koks in 237 Paketen.

Was wie eine Szene aus „Narcos“ klingt, ist tatsächlich so passiert. Die auf diesem Weg transportierte Ware hat El Chapo zumeist in Schuhkartons oder sogar Einlege-Jalapeños-Gläsern zu ihrem Ziel transportieren lassen.

Quelle: Noizz.de