In Nebraska wurde während eines Protests für soziale Gerechtigkeit ein Schwarzer Demonstrant von einem weißen Mann getötet. Das Motiv lautet: "Selbstverteidigung".

Seit dem Tod von George Floyd durch einen US-Polizisten ist das #Blacklivesmatter-Movement nicht mehr aufzuhalten. Instagram ist überflutet mit Informationen über Rassismus, Proteste, White Allyship und Spendenaufrufen für Organisationen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen. Hunderttausende gehen auf die Straße, wobei es häufig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt. Manche Polizisten schießen mit Gummi-Munition und Tränengas auf Demonstrant*innen, andere gehen vor den Protestierenden auf die Knie und zeigen ihre Unterstützung. Autofahrer*innen steuern gezielt Menschenmassen an, Geschäfte werden ausgeraubt.

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In der Stadt Omaha im Bundesstaat Nebraska führte diese Gewalt zu einem besonders tragischen Vorfall. Dort wurde ein Schwarzer Aktivist von einem weißen Kneipenbesitzer erschossen, nachdem ein Kampf in dessen Bar ausgebrochen war. Der Name des Verstorbenen lautet James Scurlock. Er wurde 22 Jahre alt. Jacob Gardner, Inhaber einer Bar, erschoss ihn gegen Mitternacht vor der Kneipe.

Die Tat wurde als Selbstverteidigung eingestuft

Der zuständige Staatsanwalt, Don Kleine, gab nun bekannt, dass der Täter keine Klage erwarten müsse. Nach einer Evaluation von Video-Aufnahmen und einer Aussage des Schützen sei er zu dem Schluss gekommen, dass es sich um Selbstverteidigung gehandelt hätte. Videos zeigen, dass der Schütze sich im Rückzug befand, nachdem ihn zwei Demonstranten angriffen. Er hatte vor dem fatalen Schuss zwei Schüsse in die Luft als Warnung gefeuert. Daraufhin sprang Scurlock auf seinen Rücken, Gardner bat ihn wiederholt, loszulassen, bevor er ihn ins Schlüsselbein schoss. Scurlock starb im Krankenhaus an seinen Verletzungen.

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Senator Justin Wayne kritisiert die Entscheidung

In einer Pressekonferenz erklärte Kleine, dass es keine großen Streitigkeiten über den Vorfall gegeben hätte. Der Gouverneur von Nebraska, Pete Ricketts, unterstützte seine Entscheidung. Senator Justin Wayne äußerte sich allerdings kritisch. In einem Statement sagte er, dass ein PoC in dieser Gesellschaft für dieselbe Tat viel härter bestraft werden würde. Er kritisiert außerdem die selektive Anhörung des Täters, da sich das Opfer natürlich nicht mehr äußern konnte, um seine Seite der Geschichte zu erzählen, berichtet der US-Sender "CBS".

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Um seine Meinung zu unterstützen, zitiert Wayne das Selbstverteidigungsgesetz von Nebraska. Er twitterte: "Der Bundesstaat Nebraska erlaubt NICHT, tödliche Gewalt anzuwenden, um Eigentum zu verteidigen. Außerdem ist es KEINE gültige Verteidigung, wenn Sie sich hätten zurückziehen können." Deswegen sieht er die Entscheidung des Staatsanwalts als falsch. Er setzt sich nun für weitere Ermittlungen in dem Fall ein.

Scurlocks Familie bedauert seinen Tod sehr und appelliert an die Demonstranten, friedlich zu bleiben. Scurlock war vor kurzem Vater geworden, seine erst Monate-alte Tochter wird allerdings nie eine Erinnerung an ihn haben.

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Quelle: Noizz.de