Die Festnahme von zwei Afroamerikanern in einer Filiale löste Empörung aus.

Zwei dunkelhäutige Männer möchten in einem Starbucks-Café in Philadelphia auf die Toilette gehen, ohne etwas zu bestellen. Sie sind zu einem geschäftlichen Treffen verabredet und warten auf den dritten Teilnehmer. Die Mitarbeiter verbieten es ihnen, ein Streit bricht aus. Schließlich ruft ein Barista die Polizei, die zwei Männer werden nach langer Diskussion verhaftet und müssen eine Nacht im Gefängnis verbringen.

Unterbewusste Diskriminierung?

Einige Handyvideos von der Festnahme wurden im Netzt veröffentlicht und lösten einen Shitstorm gegen das Franchiseunternehmen aus.

Viele sehen in dem Vorfall einen alltäglichen Ausdruck von Rassismus und weißer Vorherrschaft in den Vereinigten Staaten. Denn zahlreiche Menschen halten sich in Starbucks auf, ohne etwas zu bestellen – den Mitarbeitern wird vorgeworfen, dass sie die Männer aufgrund ihrer Hautfarbe aus der Filiale rausschmeißen wollten. Brisant ist auch, dass in dem Stadtteil von Philadelphia, wo sich die Festnahme ereignete, gerade mal drei Prozent der Einwohner Afroamerikaner sind.

Boykottaufruf der Kaffeekette

Im Internet rufen User unter dem Hashtag #BoycottStarbucks zum Protest gegen die Kaffeekette auf. Viele Fragen sich: Wäre die Situation so schnell eskaliert, wenn die Männer weiß wären?

@Starbucks racial problems Monday weren't confined to Philadelphia. . . As the #coffee chain reels from the videotaped arrest two black men at a #Philadelphia, another video emerged showing an African-American man being denied access to a restroom at a Starbucks location in Torrance, California (Los Angeles County). . . The video, posted to Twitter by activist Shaun King, purports to show an African-American man identified as Brandon Ward in a Torrance, Calif., store asking why he was denied access to the store's restroom when a white customer was granted access. . . KABC-TV in Los Angeles, which was able to reach Ward, said the incident occurred in January. Ward, 26, could not be reached for comment, but had posted the video on his Facebook page. There has been from Starbucks. The video had received more than 230,000 views as of early Monday afternoon. . . It came as Starbucks CEO Kevin Johnson offered apologies after employees in one of the company's Philadelphia stores called the police to report two well-dressed black men were trespassing Thursday by refusing to leave when they hadn't ordered drinks or food. One had asked to use a restroom and was denied, saying it was only for paying customers. The pair explained they were waiting for their friend, who is seen arriving and protesting the arrest before the pair are led away in handcuffs. . . Starbucks confirmed the manager who made the call to police has since left the company. . . The latest video has renewed social media calls for a boycott of Starbucks, with users flocking to Twitter and Instagram using the hashtag #BoycottStarbucks. . . Source: @usatoday

Starbucks-Chef Kevin Johnson entschuldigte sich für das Verhalten der Mitarbeiter und traf sich mit den beiden Afroamerikanern persönlich. Der Angestellte, der die Polizei rief, ist inzwischen entlassen worden. Nun hat der Konzern weitere Maßnahmen ergriffen: Am 29. Mai werden 8000 US-amerikanische Filialen, die Starbucks direkt gehören, für einen Nachmittag geschlossen. Die Zeit wird für eine Anti-Rassismus-Schulung der Mitarbeiter genutzt.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Kette ihre Läden für ein paar Stunden zusperrt. Vor zehn Jahren schloss Starbucks 7100 US-Filialen für drei Stunden. Der Grund war aber viel banaler: Die Mitarbeiter sollten sich darin üben, einen vernünftigen Espresso zuzubereiten.

Quelle: Noizz.de