Die wichtigsten Fragen und Antworten in der Übersicht.

Wer hat wen angriffen?

In der Nacht zum Samstag hat US-Präsident Donald Trump einen Militärschlag in Syrien gegen den dortigen Machthaber Baschar Al-Assad angekündigt. Der Einsatz wurde vom britischen und französischen Militär unterstützt. Donald Trump hatte schon am Mittwoch auf Twitter Russland mit einem Angriff in Syrien gedroht.

In Syrien tobt seit sieben Jahren ein blutiger Krieg, in dem der syrische Machthaber Assad und verschiedene Gruppen –darunter auch der sogenannte IS- im Land um die Vorherrschaft kämpfen. Unterstützt wird Assads Regime sowohl von Russland als auch dem Iran.

Donald Trump verkündete am Samstag Mittag via Twitter, dass der Militäreinsatz beendet sei.

Welche Gründe hat der Militärschlag?

Als Grund nennt Trump die jüngsten Giftgasangriffe Assads gegen das syrische Volk. Die westlichen Mächte wollen Assad dazu bringen, in Zukunft keine Chemiewaffen mehr einzusetzen.

Konkreter Auslöser soll ein Giftgasangriff auf die Stadt Duma in der Region Ost-Ghuta am siebten April sein. Dabei sollen der Hilfsorganisation Weißhelme zufolge mindestens 42 Menschen getötet worden sein. Mehr als 500 Personen wurden demnach in Krankenhäusern behandelt.

Experten der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) wollten am Samstag in Duma untersuchen, ob dort tatsächlich Chemiewaffen eingesetzt wurden. Ihr Auftrag lautet jedoch nicht, die Verantwortlichen zu ermitteln.

Die USA und Frankreich hatten allerdings zuvor schon erklärt, sie hätten Beweise, dass Assad für den Angriff verantwortlich ist.

Assad hat in der Vergangenheit schon Kampfstoffe wie Sarin gegen die Bevölkerung eingesetzt. Eine Untersuchung der OPCW und des Joint Investigative Mechanism (JIM) belegt seine Beteiligung an einem Giftgasangriff in der Stadt Chan Scheichun im vergangenen Jahr.

Welche Ziele wurden angegriffen?

US-Verteidigungsminister James Mattis sprach von drei Zielen. Sie sollen alle im Zusammenhang stehen mit der Herstellung chemischer Kampfstoffe: Konkret sollen ein Forschungszentrum nordöstlich der Hauptstadt Damaskus, eine mutmaßliche Lagerstätte für chemische Waffen sowie eine Kommandoeinrichtung bei Homs angegriffen worden sein.

Mattis sagte, der Schlag gegen Syrien sei härter gewesen als der im Vorjahr. Damals hatten die USA nach einem Giftgasangriff in der Stadt Chan Scheichun einen Militärflughafen mit Raketen beschossen. Es seien etwa doppelt so viele Waffen eingesetzt worden wie beim Angriff 2017.

Es soll sich laut Mattis um einen einmaligen Eingriff in den Konflikt handeln. Weitere Angriffe seien von US-Seite vorerst nicht geplant.

Wo steht Deutschland in dem Konflikt?

Deutschland unterstützt diplomatisch den Einsatz der USA. “Der Militäreinsatz war erforderlich und angemessen, um die Wirksamkeit der internationalen Ächtung des Chemiewaffeneinsatzes zu wahren und das syrische Regime vor weiteren Verstößen zu warnen“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstag in Berlin.

Eine militärische Beteiligung am Krieg in Syrien lehnt die deutsche Regierung ab. Das hatte Angela Merkel vor einigen Tagen noch einmal betont. Damit vertritt die Bundeskanzlerin offenbar auch die breite Meinung der deutschen Bevölkerung. 81 Prozent bewerteten die Entscheidung Merkels positiv, berichtet die “Welt“ unter Berufung auf eine Civey-Umfrage. 62 Prozent nannten den Entschluss der Kanzlerin demnach sogar “sehr positiv“.

Wie geht es jetzt weiter?

Syrien, sowie Russland und der Iran kündigen Konsequenzen an. Russlands Präsident Wladimir Putin verurteilte - ebenso wie die Führung in Damaskus - den Angriff auf das Schärfste.

„Wir sind wieder bedroht worden“, hieß es in einer Erklärung des russischen Botschafters in Washington, Anatoli Antonow, auf Twitter. „Wir haben gewarnt, dass solche Aktionen nicht ohne Konsequenzen sein werden.“

Ein weiterer militärischer Einsatz ist von den USA und seinen Verbündeten vorerst nicht geplant. Allerdings kündigte Donald Trump in seiner Rede in der Nacht an, dass die USA auf weitere militärische Einsätze vorbereitet seien: Mit dem Angriff fordern die USA von Assad, den Einsätze von Chemiewaffen gegen die eigene Bevölkerung zu beenden. Auch die britische Premierministerin Theresa May teilte am Samstag mit, dass weitere Angriffe folgen könnten, sollte Assad weiter Chemiewaffen in Syrien einsetzen.

Quelle: Zusammen mit dpa/afp/rtr