Berlins öffentliche WCs gehören wohl bald der Vergangenheit an.

Jeder kennt das unangenehme Gefühl, „Druck auf der Blase“ zu haben und nicht zu wissen, wo man sich erleichtern kann. Gut, wenn dann eine öffentliche Toilette in der Nähe ist.

In Berlin gibt es aktuell mehr als 170 behindertengerechte Hightech-Klos, 13 historische Toilettenhäuschen und mehrere unterirdische WC-Center. Für 50 Cent kann sie jeder nutzen.

Die Toiletten sind zwar auch mal unangenehm, wenn der Junkie zuvor seine Nadel liegen lassen hat oder man noch die Alkfahne des Vorgängers riechen kann, aber besser als nichts.

Männer können theoretisch schnell hinter dem nächsten Baum ihre Notdurft verrichten. Aber auch das ist ein Problem. Wer hat schon gerne Zuschauer? Und das Wildpinkeln kann teuer werden. Denn es handelt sich um eine Ordnungswidrigkeit und „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ kann bis zu 5.000 Euro kosten.

Was ist los mit den WCs in Berlin?

Vor über 20 Jahren schlug das Privatunternehmen „Wall“ der Hauptstadt einen Deal vor: elf beleuchtete Werbeflächen gegen eine Toilette. Damals war das klamme und gerade wiedervereinigte Berlin froh über das Angebot.

Wall-Sprecherin Frauke Bank zum Deutschlandfunk: „Wir leben vor allen Dingen nicht von der Benutzungsgebühr. Das ist auch nochmal wichtig zu sagen: Über die 0,50 Euro, die darin landen, erreicht man keine Refinanzierung.“

Wall vermietet die Werbeflächen und kann dadurch die Pflege und Wartung der Toilettenhäuschen refinanzieren.

Aber schon die Vorgänger-Regierung kündigte den Vertrag mit Wall. Man vermute, dass Wall ein gutes Geschäft mit den zur Verfügung gestellten Werbeflächen mache. Auch die aktuelle Regierung möchte die Zusammenarbeit mit dem Berliner Unternehmen nicht fortsetzen.

Wenig überraschend, dass Wall nun mit dem Abbau der Toiletten droht. Ob der Senat noch rechtzeitig bis 2018 ein neues öffentliches Toiletten-System aufbauen kann, ist fraglich. Ausschreibungen und Fristen stellen eine schnelle Umsetzung in Frage.

Der Plan könnte also in die Hose gehen

Quelle: Noizz.de