Ich will keine Selfies mehr vor runtergebrannten Luxus-Villen sehen.

In Kalifornien wütet das tödlichste Feuer in der Geschichte des Bundesstaates. 42 Menschen sind den verheerenden Waldbränden bisher schon zum Opfer gefallen. Das sind mehr Tote, als je zuvor in einem US-Bundesstaat. Und über 200 Menschen werden noch vermisst.

Auffällig, traurig und beschämend an der bisherigen Berichterstattung: Weil sich die Tragödie im prominenten La-La-Land abspielt, scheint für viele vor allem interessant, welche Luxus-Villa am längsten stehen bleibt – und wer die dramatischsten Fotos des Unglücks postet. Gerald Butler etwa, der ein Selfie vor den Ruinen seines Anwesens postete. Miley Cyrus. Robin Thicke und Thomas Gottschalk.

Versteht mich nicht falsch: Es ist furchtbar, sein Hab und Gut in den Flammen untergehen zu sehen.

Gerade noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht zu werden. Zu bangen, was noch übrig sein wird, wenn die lodernden Feuer endlich erloschen sind. Aber diese prominenten Menschen sind am Leben. Viele von ihnen sind mit Privatjets geflüchtet. Sie haben Versicherungen, die greifen werden. Sie sind finanziell versorgt.

Sind Schlagzeilen über abgebrannte Celebrity-Anwesen wirklich das Einzige das uns an dieser verheerenden Naturkatastrophe interessiert?

Ersetzbare Anwesen, Zweithäuser, materieller Reichtum?

Die wahren Verlierer der gewaltigen Brände sind andere: Die, deren unbekannte Namen es nicht in die Medien geschafft haben. Die Todesopfer und ihre Familien. Die vielen Menschen, die noch vermisst werden. Und die, die sich vielleicht nicht unbedingt ausreichende Versicherungen leisten konnten.

Tragischer als ausgebrannte Villen: Die zerstörte Flora und Fauna – über 800 Quadratkilometer verbranntes Land. Wildtiere, die nicht flüchten können. Die auf Schutz und Hilfe angewiesen sind, weil ihr Lebensraum gerade unwideruflich zerstört wurde.

Farmtiere, die noch in Sicherheit gebracht werden müssen – und die, die nicht gerettet werden konnten.

Katzen und Hunde, die zurückgelassen wurden oder in die falsche Richtung flohen und schwere Verbrennungen erlitten.

Aufmerksam verdienen all jene, die sich in diesen Tagen für die Schwächsten einsetzen: Feuerwehrmänner, Tierschutzorganisationen und Auffangstationen, die sich um mehrere Zehntausende Tiere kümmern.

Wer – anstatt sich an zerstörten Promi-Villas zu ergötzen – lieber die mutige Feuerwehr und Tierschutzorganisationen vor Ort unterstützen möchte, kann das hier tun:

- LAFD Foundation

- Red Cross LA

- California Fire Foundation

- Wildfire Relief Fund

- Humane Society of Ventura Country

Quelle: Noizz.de