Die Suche nach einer neuen Wohnung ist wohl für niemanden so richtig angenehm. Der Tweet einer jungen Mutter aus England zeigt jedoch, wie vor allem die schwierige Situation von Frauen häufig mit sexuellen "Angeboten" ausgenutzt wird. Diesmal: Brust-Fotos im Tausch gegen weniger Miete.

Man kennt sie: Die Art von Männern, die auf eBay-Verkaufsanzeigen mit Dick Pics oder "lukrativen Jobangeboten" antworten. Die Situation einer Mutter auf Wohnungssuche für perverse Fantasien auszunutzen, ist wohl aber der neueste Tiefpunkt in Sachen Internet-Belästigung.

Georgia Linehan aus Großbritannien postete auf Twitter den Screenshot eines WhatsApp-Chats mit einem angeblichen Vermieter, mit dem sie über die Kleinanzeigen-Plattform "Gumtree" in Kontakt getreten war. Neben den Screenshot schrieb sie vielsagend: "Das ist das letzte Mal, dass ich versuche, ein Haus auf Gumtree zu finden."

Die Konversation lief wie folgt ab: Der "Vermieter" sendete Georgia einige Bilder einer angeblich zu vermietenden Wohnung und gab an, dass sie vollmöbliert oder komplett ohne Möbel bezogen werden könne. Daraufhin erkundigte sie sich nach der Höhe der Miete, die laut dem Mann bei 695 Pfund (etwa 826 Euro) lag. Nachdem auch die Lage der Wohnung geklärt war, sagte Georgia, dass sie sich alles noch einmal überlegen und ihn in ein paar Tagen wieder kontaktieren würde.

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Angebliche "Modelfirma"

Doch der Mann ließ nicht locker: Es gebe eine Möglichkeit, die Miete zu senken. Und auf ihre Frage, welche Möglichkeit das sei, folgte der Schock:

"Ich besitze eine Modelfirma, einige meiner Mieterinnen arbeiten für mich, sie machen im Grunde Brust-Bilder. Für zwei Bilder wird die Miete um 200 Pfund reduziert."

Georgias empörter Beitrag auf Twitter über den Vorfall erreichte schnell 35.000 Likes und wurde fast 3.000 mal geteilt.

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Später schrieb sie auch, dass sie ihre Zweifel daran habe, dass der Mann ein echter Vermieter sei. Dann fügte sie hinzu: "Abgesehen von allen Witzen denke ich, dass dies ein sehr klarer Hinweis dafür ist, wie gefährlich manche Menschen im Internet sein können ... insbesondere für junge, verletzliche Frauen. Und es zeigt auch, wie schwer es für eine Frau ist, auch nur einen Ort zum Leben zu finden, ohne sexualisiert und ausgebeutet zu werden. Bleibt in Sicherheit, Mädels."

Laut der lokalen Nachrichtenagentur "KentOnline" handelt es sich bei der fraglichen Immobilie um ein Reihenhaus im Wert von etwa 375.000 Pfund. Das dürfte dann wohl doch eher ein Fake sein. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass Georgias Tweet dafür gesorgt hat, dass nie mehr eine Frau auf diesen Mann reinfällt.

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Quelle: NOIZZ-Redaktion