Eine absolut Horror-Nachricht. In Indien soll ein fünffacher Vater den Bauch seiner hochschwangeren Frau aufgeschnitten haben. Der Grund für diese grausame Tat könnte auf einer alten frauenfeindliche Tradition Indiens zurückgehen.

Wenn eine Frau in Indien schwanger ist und ein Mädchen erwartet, dann regnen keine rosafarbenen Konfettis während einer Gender-Reveal-Party auf ein glückliches Paar niedern. In Indien führt dieser Umstand schnell zu großen Problemen. Töchter werden in vielen Teilen Indiens nämlich auch heute noch als große Last gesehen, Söhne als Investition. Das führt dazu, dass jedes Jahr Millionen Mädchen abgetrieben, noch schlimmer: nach der Geburt ermordet oder gravierend vernachlässigt werden.

Ein tragischer Fall, der sich nun laut Medienberichten im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh ereignet haben soll, scheint ein Auswuchs dieses verqueren Gender-Denkens zu sein. Wie "NDTV" berichtet, soll ein Mann seiner hochschwangeren Frau den Bauch aufgeschnitten haben, weil er das Geschlecht des Babys erfahren wollte.

Das Paar hat bereits fünf Töchter

Pravin Singh Chauhan, ein Polizeibeamter, sagte den lokalen Nachrichtenteams, dass die Frau bei dem Angriff schwer verletzt worden sei. Ob der Wunsch nach einem Sohn das Motiv für die grausame Tat gewesen ist, wurde bisher noch nicht von der Polizei bestätigt. Die Familie des Opfers soll allerdings an der Theorie festhalten. Der fünffache Vater soll die blutige Attacke vollzogen haben, um herauszufinden, ob seine Frau dieses Mal endlich einen Jungen zur Welt bringen würde.

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Warum werden Mädchen in Teilen Indiens als Last angesehen?

Töchter bedeuten für indische Familien oft eine enorme wirtschaftliche Last. Zumindest, wenn traditionell geheiratet wird. Dann wird von der Familie der Braut in der Regel nämlich eine hohe Mitgift erwartet. Und das obwohl diese Praxis mittlerweile verboten ist. Hinzu kommt, dass Töchter nach ihrer Hochzeit meist das Zuhause verlassen und bei ihrer "neuen" Familie leben. Söhne bleiben, und versorgen die Eltern bis ins hohe Alter.

Werden bis 2030 ganze sieben Millionen indische Mädchen "beseitigt"?

Eine internationale Forschungsgruppe veröffentlichte kürzlich eine neue Modellrechnung dazu, wie viel weniger weibliche Babys bis 2030 geboren werden. Die Forscher*innen werteten hierzu Daten der größten Bundesstaaten in Indien aus. Laut den Berechnungen sollen zwischen 2017 und 2025 rund 469.000 Mädchen und zwischen 2026 und 2030 rund 519.000 Mädchen pro Jahr zu wenig geboren werden. Dementsprechend könnten zwischen 2017 und 2030 knapp sieben Millionen weniger weibliche Babys geboren werden.

lsk

  • Quelle:
  • Noizz.de