Als erstes Land der Welt hat Uruguay den Verkauf und Konsum von Cannabis legalisiert.

Damit aber noch nicht genug: Der Staat baut das Gras selbst für seine Bürger an. Die erhalten den Stoff dann rezeptfrei in ihren Apotheken, wie die Zeit berichtete.

Der Staat beauftragt Unternehmen, das Gras anzubauen Foto: dpa picture alliance

Die Regierung will damit den Schwarzmarkt entscheidend schwächen. Bisher konnte Cannabis nur über die Händler im Untergrund bezogen werden.

Das ändert sich jetzt. Die Legalisierung könnte die illegalen Händler jährlich sieben Millionen Dollar kosten. 1,30 Dollar kostet das Gramm Staats-Gras bei den Apotheken und ist damit günstiger, als bei der Konkurrenz. Der günstige Preis kann aber nur durch Subventionen des Staates gehalten werden, was bei Jugendschützern nicht ganz unumstritten ist.

Eine Aspirin und 3 Gramm Gras bitte! Foto: Pablo Abarengar / dpa picture alliance

Ein paar Regeln gibt es aber trotzdem:

Die Kiffer müssen sich registrieren lassen. Pro Woche darf sich jeder von ihnen 10 Gramm Cannabis kaufen. Das soll für ca. 10 Tüten reichen, je nach Geschmack. In Uruguay wird das Gras in der Regel pur geraucht, ohne Tabak.

Das Staats-Gras kommt bei der Bevölkerung super an Foto: Mathilde Campodonico / dpa picture alliance

Außerdem findet kein Verkauf an Touristen statt. Die Käufer müssen mindestens ein Jahr lang in Uruguay leben.

Wem die 10 Gramm pro Woche nicht reichen, kann zu Hause bis zu sechs Hanfpflanzen ziehen, oder einem der Hanfklubs beitreten, die ihren Mitgliedern bis zu 480 Gramm Eigenkonsum im Jahr gestatten. Alles legal!

Wenn die deutsche Regierung sich irgendwann zu einem ähnlichen Schritt durchringen würde, würden wohl viele die Apotheken-Rundschau abonnieren und die Großeltern regelmäßig in die Apotheken begleiten. Ein toller Ansatz, auch familienpolitisch!

Viele Apotheker sind übrigens weniger begeistert von ihrer Sortimentserweiterung. Sie befürchten, dass die Überfälle auf ihre Apotheken jetzt zunehmen werden.

Quelle: Noizz.de