Viel schlimmer, als gedacht.

Ich will solche Artikel nicht schreiben müssen. Ich will so etwas nicht lesen müssen. Ich will nicht, dass eine Millionen Tierarten vom Aussterben bedroht sind, weil wir Menschen alles kaputtmachen. Muss ich aber, denn es scheint die Wahrheit zu sein: Die UNO hat gerade einen neuen Bericht zum Artensterben veröffentlicht, nach dem sich der Mensch schon bald als Verursacher eines sechsten Massensterbens der Geschichte des Planeten Erde schuldig bekennen muss. Die Zerstörung von Ökosystemen schreitet viel schneller voran, als bisher vermutet.

>> Wilderer tötete 5.000 Elefanten "für den Kick"

Der Biodiversitätsrat (IPBES), bestehend aus 145 Wissenschaftlern aus 50 verschiedenen Ländern, hat den Bericht über einen Zeitraum von drei Jahren herausgearbeitet. Das Ergebnis ist katastrophal und unerwartet – wenn sich an unserem Umgang mit Umwelt, Landwirtschaft und Klimawandel nichts ändert, könnten in den nächsten Jahren und Jahrzehnten über eine Million Tierarten aussterben.

Und das sind die harten Fakten des Berichts, mit denen man eigentlich nur leben kann, wenn man sie gleich wieder verdrängt:

  • 85 Prozent der weltweiten Feuchtgebiete sind bereits zerstört
  • Seit dem späten 19. Jahrhundert sind rund die Hälfte aller Korallenriffe verschwunden
  • Neun Prozent aller Nutztierrassen sind ausgestorben
  • Zwischen 1980 und dem Jahr 2000 wurden 100 Millionen Hektar tropischer Regenwald abgeholzt – weitere 32 Millionen Hektar allein zwischen 2010 und 2015
  • 23 Prozent der Landfläche des Planeten gelten als ökologisch heruntergewirtschaftet und können nicht mehr genutzt werden
  • Der Verlust von Bestäuberinsekten bedroht Nahrungsmittelproduktion im Wert von 235 bis 577 Milliarden Dollar pro Jahr
  • Durch die Zerstörung von Küstengebieten wie Mangrovenwäldern ist die Lebensgrundlage von bis zu 300 Millionen Menschen gefährdet

Im Oktober 2020 findet der nächste Weltnaturschutzgipfel statt. In China. Dort soll auf Grundlage des Berichts ein neues UNO-Rahmenabkommen zur Bewahrung der biologischen Vielfalt beschlossen werden. Darf man noch hoffen?

>> Schwangere Wal-Kuh mit 22 Kilo Plastikmüll im Magen gefunden

Quelle: Noizz.de