Die „IT-Forensiker“ sollten auch zu Hause arbeiten.

Du suchst Arbeit und hast Grundkenntnisse am Computer? Dann wärst du vielleicht auf diese Stellenanzeige aufmerksam geworden: Im Landkreis Augsburg suchte ein Unternehmen eine Bürokraft für „IT-Forensik“ – auf Minijob-Basis und teils in Heimarbeit. Als Interessenten erfuhren, was die wahren Aufgaben sind, wendeten sie sich an Polizei und Staatsanwaltschaft.

Denn es ginge dabei nicht um die Ermittlung von Cyberkriminalität, sondern um die Auswertung von Kinderpornos, berichtet der Bayerische Rundfunk (BR). Und dabei handele es sich um keinen schlechten Scherz: Die Firma wurde offiziell von der Polizei beauftragt, den überlasteten Ermittlern Arbeit abzunehmen.

Der BR zitiert einen Mitarbeiter des Bayerischen Innenministeriums, der auf die Millionen kinderpornografischer Dateien verweist, die immer wieder von der Polizei sichergestellt werden. Damit seien die Behörden schlichtweg überfordert.

Zerschlagung einer Kinderporno-Plattform im Juli: Immer wieder landen Millionen Dateien bei der Polizei Foto: Arne Dedert / dpa

Deswegen greife man auf private Firmen zurück, die aber mehrjährige Berufserfahrung vorweisen können und in der Lage sind, Gutachten vor Gericht zu vertreten.

Wie kommt also die Firma auf die Idee, Minijobber ohne weitere fachliche Kenntnisse mit einer so psychisch belastenden Aufgabe zu beauftragen? Nach eigener Angabe hätte man die Bewerber von Fachärzten schulen lassen.

Doch auch das mit der Heimarbeit gehe aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht, sagen Experten aus der Branche.

Offenbar waren die Vergabe-Kriterien den Behörden selbst nicht scharf genug. Man werde die Polizeipräsidien sensibilisieren und über schärfere Richtlinien nachdenken.

Quelle: BR