Fragen, die dieser fail-hafte Raub aufwirft.

Ein Typ – um die 30, in schwarzem Hoodie und Nike-Sporthose – betritt am Freitagabend eine Tankstelle in Griesheim, nähe Darmstadt. Anwesend: ein Kassierer, der zu diesem Zeitpunkt nicht ahnt, wie kurios seine Schicht endet.

Der Tankstellen-Gast entpuppt sich schnell als die Art von Besucher, der der größte Albtraum eines jeden Tankstellenmitarbeiters sein dürfte. Die Art, die an die Scheine in der Kasse will. Der 30-Jährige legt laut Polizeiangaben eine Plastiktüte auf den Tresen – und fordert den Kassierer auf, sie mit Bargeld zu füllen. Der tut erschrocken, wie ihm befohlen. Mehrere Hundert Euro wandern in die Tüte.

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Das Intermezzo ist schnell vorbei. Der Täter verlässt die Tankstelle mit gefüllter Tragetasche. Zunächst scheint ihm, der große Coup gelungen. Eine sofortige Fahndung der Polizei bleibt ohne Ergebnis. Der Typ scheint sich und seine Beute in Sicherheit gebracht zu haben. Die Kriminalpolizei übernimmt die Ermittlungen vor Ort. Zwecklos – wie sich nur zwei Stunden später herausstellt.

Um 01.37 Uhr meldet sich der Tankstellenmitarbeiter erneut bei der Polizei. Der Täter stattete ihm nämlich einen zweiten Besuch ab. Er legte das erbeutete Geld vor den Eingang des Verkaufsraumes ab – und flüchtete ein zweites Mal.

Wir sagen: Lol – und fragen uns: Welche Gewissensbisse dieser Dieb gehabt haben muss, um nach nur zwei gemeinsamen Stunden mit seiner Beute einen Rückzieher zu machen? So richtig nach Überzeugungstäter hört sich das Ganze ja nicht an. Kam er vielleicht mit der Tüte zu Hause an und seine Freundin redete ihm die Idee vom großen Raubüberfall schnell wieder aus? War das Gehalt doch rechtzeitig auf dem Konto? Oder wurden ihm seine Schulden unerwartet erlassen?

Vielleicht hat er sich das Ganze auch einfach anders vorgestellt. Möglicherweise ist diese Art von Erfolgserlebnis doch nichts für ihn. Womöglich saß er am Steuer seines Fluchtautos, warf einen Blick auf die Tüte voller Hunnis auf dem Beifahrersitz und fühlte sich gar nicht so Robin-Hood-mäßig wie erwartet. Vielleicht war das Ganze einfach eine Fantasie, die im realen Leben eben doch nicht den gewünschten Kick lieferte.

Was soll man da sagen: Hat halt jeder das Recht, seine Meinung zu ändern. Das schützt den Täter allerdings nicht vor einer Strafe. Die Polizei fahndet weiter.

Quelle: Noizz.de