Typ mischt seiner Freundin heimlich Abtreibungspille ins Essen

Isabell Finzel

Politik, News, Lifestyle
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Pillen Foto: pixabay.com / stevepb / Noizz.de

Die Folgen sind katastrophal.

Eigentlich wollte sie nur gemütlich zu Abend essen. Sie konnte ja nicht ahnen, was sie sich dabei in den Mund steckte. Damit sie ihr Baby verliert, hat ihr 31-jähriger Freund ihr heimlich eine Abtreibungspille in den Wrap gemischt. Dafür wurde er nun zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Im Sommer 2016 sollen die beiden in der gemeinsamen Wohnung im bayerischen Dietenhofen zusammen gegessen haben. Der Mann soll sie mehrmals aufgefordert haben zu essen, weil die Frau – so erklärt sie es vor Gericht – nur Teile des Wraps gegessen habe.

Im September 2016 brachte sie ein Kind zur Welt, das äußerlich zwar gesund sei, allerdings Probleme mit Puls und Atmung habe und mit einem Überwachungsmonitor schlafen müsse.

Ultraschall Foto: pixabay.com / MedicalPrudens / Noizz.de

Der Mann bestreitet die Tat: Es sei immer sein Traum gewesen, Kinder zu haben und seine Ex-Freundin wolle sich nur aus Eifersucht an ihm rächen, sagte er vor Gericht.

Die Frau konnte jedoch nachweisen, dass sie ein Abtreibungsmittel eingenommen hatte: Im Dezember 2016 ließ sie eine Haarprobe im Labor untersuchen. Das Ergebnis: Der Wirkstoff einer entsprechenden Pille konnte eindeutig nachgewiesen werden.

Vor Gericht sagt die 34-Jährige, sie habe eine leere Tablettenschachtel unter dem Autositz ihres mittlerweile Ex-Freundes gefunden und ein Foto gemacht. Das Foto schickte sie damals umgehend ihrem Anwalt.

Die Frau äußert zudem einen Verdacht, wann und wo ihr Ex-Freund die Pille gekauft haben könnte: Er sei mit einem Kumpel nach Tschechien gereist und sie habe nicht mitfahren dürfen. Zwar benötigt man in Tschechien ein Rezept für den Erwerb einer Abtreibungspille, jedoch vermute die 34-Jährige, er habe sie auf dem Schwarzmarkt erworben.

Wie wirkt eine Abtreibungspille?

Die Abtreibungspille darf bis zur neunten Schwangerschaftswoche verschrieben werden, wie Profemina auf ihrer Website erklärt. Normalerweise wird die Behandlung nur nach Absprache und unter Aufsicht eines Frauenarztes durchgeführt. Die Frau muss drei Tabletten schlucken und anschließend zur Beobachtung einige Stunden in der Arztpraxis bleiben – es könnte nämlich zu schweren Blutungen kommen.

Zwei bis drei Tage später muss Frau noch zwei Prostaglandin-Tabletten einnehmen, ein wehenförderndes Mittel, damit es zur Ablösung der Gebärmutterschleimhaut kommt. Dieser medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ist zu 95 Prozent erfolgreich.

Quelle: Noizz.de

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