Erstmals ist ein Mensch bei einem Unfall mit einem selbstfahrenden Auto ums Leben gekommen.

Es ist Sonntag, 22.00 Uhr in der Stadt Tempe im US-Staat Arizona. Auf der Straße ist ein autonomes Fahrzeug des Anbieters Uber unterwegs, mit an Bord ein Sicherheitsfahrer am Steuer. Das überquert eine Frau außerhalb eines Fußgängerübergangs die Straße – und wird vom Wagen erfasst. Wenig später erliegt sie ihren Verletzungen im Krankenhaus.

Der Fall ist eine traurige Premiere: Denn erstmals ist bei einem Unfall mit einem selbstfahrenden Auto nun ein Mensch ums Leben gekommen. Weitere Details zum Vorfall sind noch nicht bekannt, Uber teilte aber mit, dass Unternehmen wollte mit den Entwicklern kooperieren. Firmenchef Dara Khosrowshahi sprach bei Twitter von "unglaublich traurigen Nachrichten".

Die Konsequenz: Uber hat vorerst alle Testfahrten mit autonomen Fahrzeugen eingestellt. Zwar waren sich Experten einig, dass es irgendwann zu einem tödlichen Unfall kommen werde, doch trotzdem ist der Tod der Fußgängerin ein Rückschlag für die Branche.

Denn dass 90 Prozent der Unfälle auf Fehler von Menschen zurückgingen und die Technik autonomer Fahrzeuge sie verhindern werde, ist bisher ein zentrales Argument der Entwickler von Roboterwagen.

Uber ist eines von mehreren Dutzend Unternehmen, die eigene Systeme für autonom fahrende Autos entwickeln und öffentlich testen. Doch die Versuche waren bisher keineswegs unproblematisch: Gleich am ersten Testtag in San Francisco wurde ein Uber-Wagen dabei gefilmt, wie er über eine rote Ampel fuhr.

Als Reaktion auf den nun tödlichen Unfall schickten verschiedene US-Verkehrsbehörden Expertenteams nach Tempe. Auch der Autobauer Volvo rückt deshalb in den Blick der Ermittler – er baut seine Fahrzeuge für Uber zu autonomen Autos um. Besonders das Ermittlerteam der NTSB könnte vor Ort für Aufsehen sorgen: Diese Experten ermitteln sonst nur bei Flugzeuglücken und anderen Unfällen mit nachhaltiger Wirkung.

Wer jetzt aufhorcht und an das Jahr 2015 zurück denkt, in dem schon mal ein Mensch am Steuer eines autonomen Autos gestorben ist, muss aber einen wichtigen Unterschied machen: Damals hatte der Fahrer eines Tesla die Kontrolle dem Fahrassistenzsystem des Elektroautos überlassen, obwohl bekannt war, dass es nicht in der Lage war, komplett die Steuerung des Wagens zu übernehmen. Er raste unter einen Lastwagen-Anhänger, der die Straße querte.

Fahrzeuge wie die umgebauten Uber-Autos sind dagegen dafür gedacht, ohne Beteiligung des Menschen zu fahren, auch wenn derzeit die Sicherheitsfahrer noch häufig eingreifen. Zugleich ließ Kalifornien jüngst grundsätzlich auch den Betrieb von Roboterwagen mit Lenkrad und Pedalen zu, die ausschließlich vom Computer oder per Funk gesteuert werden.

[Text: zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de