Im anderen Körper geboren...

Dieses Gefühl kennt Anastasia Biefang. Sie durchlebte den innerlichen Zwiespalt, bis sie sich vor zwei Jahren ihrem Umfeld öffnete und erzählte, was in ihr vorging. Sie habe sich immer mehr als Frau, sagt sie. Doch nicht nur Familie und Freunden sind von der Umwandlung betroffen, sondern auch der Arbeitgeber.

Anastasia arbeitet seit 23 Jahren bei der Bundeswehr. Eine sehr männerdominierte Branche. Als Sohn eines Soldaten begann sie mit dem Grundwehrdienst, absolvierte danach den Offizierslehrgang, schloss ein Pädagogikstudium ab und machte eine Generalstabsausbildung. Als Soldat und Ehemann habe sie jedoch ihre Weiblichkeit über Jahre hinweg unterdrückt.  

Bei Transsexuellen geht es um die Frage der eigenen Identität und nicht in erster Linie um sexuelle Orientierung. Im Schnitt haben es Mann-zu-Frau-Transsexuelle, sogenannte Transfrauen, schwerer als Transmänner. Der Grund: Transfrauen sind trotz weiblicher Kleidung und Make-up als biologische Männer zu erkennen.

Bei Anastasia Biefang war es ein schwerer Weg und ein langer Prozess: die Hormontherapie, die schmerzhaften Operationen und die Scheidung von ihrer Ehefrau.

Mit ihrem Arbeitgeber gab es aber keine Probleme. „Ich will zeigen: Wenn Arbeitgeber und Betroffener, also beide Seiten dazu bereit sind, lässt sich so ein Prozess durchaus managen“, sagt die 43-Jährige.

Anastasia und Thorsten am Wappen der Kumark Kaserne in Storkow Foto: Patrick Pleul / dpa picture alliance

Ihr steht nun eine neue Herausforderung bevor: Sie wird die neue Kommandeurin des Bundes-Informationstechnikbataillons 381 in Storkow in Brandenburg. Dabei geht es um die mobile Datenverbindung bei Einsätzen der Bundeswehr im In-und Ausland, die hergestellt werden muss. Am 18. Oktober nimmt sie offiziell die Stelle des bisherigen Kommandeur, Oberstleutnant Thorsten Niemann, an. Ab diesem Tag ist sie für 750 Soldaten verantwortlich.

Quelle: Noizz.de