Eine kürzlich von einer Fruchtbarkeitsklinik in Massachusetts durchgeführte Studie hat ergeben, dass trans* Männer, die die Einnahme von Testosteron einstellen, ähnliche Eizellenerträge wie cis-geschlechtliche Frauen hatten.

In der Fertilitätsklinik Boston IVF hat man die jahrelang gesammelten Daten des Forschungszentrums darauf geprüft, ob eingenommene Testosterone eine dauerhafte Auswirkung auf die Fruchtbarkeit ausübt, auch wenn ein trans* Mann die Einnahme einstellt.

Nun ist das bahnbrechende Ergebnis da: Etwa die Hälfte der trans*Männer, die schwanger werden wollten, unterzogen sich einer Hormonersatztherapie, bevor sie versuchten, schwanger zu werden. Sie hatten nach durchschnittlich vier Monaten wieder ähnliche Eizellenerträge wie cis-geschlechtliche Frauen, die nie Testosteron einnahmen.

Die bahnbrechende Studie umfasste Daten von 25 trans* Männern

"Die Zahlen waren sehr gering, aber es war sehr beruhigend, dass diese trans* Männer zwar Testosteron eingenommen hatten, aber als sie damit aufhörten und behandelt wurden, hatten wir gute Ergebnisse", sagte der medizinische Direktor der Bostoner IVF, Dr. Samuel Pang, gegenüber "NBC News".

Die Ergebnisse der Studie widersprechen der bisherigen Auffassung, dass trans* Männer ihre Eizellen vor Beginn der Testosteroneinnahme einfrieren müssen, um eines Tages Kinder zu bekommen. Emmett Hardiman erzählte, dass er schon, seit er jung war, wusste, dass er trans* war, und dass er mit der Hormonersatztherapie begann, als er 18 Jahre alt wurde. Er dachte, dass er "definitiv unfruchtbar sein würde. Ich musste eine Entscheidung treffen".

Aber seine Periode begann einige Jahre später wieder, als er Testosteron wegen fehlender Versicherung abbrach. Ihm wurden Eizellen entnommen, und seine Frau brachte zwei Kinder zur Welt, die aus diesen Eizellen stammten (Fruchtbarkeitsexperten empfehlen, dass trans* Männer die Hormone absetzen, um Eizellen zu entnehmen und einzufrieren, obwohl ein 16-jähriger trans* Junge Berichten zufolge in der Lage war, Eizellen entnehmen zu lassen, ohne die Hormone abzusetzen).

>> Trumps queerphober Lieblingssender vergleicht Corona-Regeln mit "Sklaverei" und "Hitler-Deutschland"

Dr. Pang sagte, dass, obwohl es für trans* Männer möglich ist, auf die Hormonbehandlung zu verzichten, um ein Kind zu bekommen, dies immer noch zu viel verlangt sein kann. Der Fall Emmett zeigt, dass die mitunter Jahre dauert und auch den Transgender-Entwicklungsprozess stoppt.

Die Studie untersuchte trans* Männer, die als Erwachsene mit Hormontherapien begannen. Dr. Johanna Olson-Kennedy, medizinische Direktorin des Center for Transyouth Health and Development am Children's Hospital Los Angeles, sagte, dass die Ergebnisse bei trans* Männern, die Pubertätsblocker einnahmen und dann direkt zu Testosteron übergingen, wahrscheinlich anders ausfallen würde, da ihre Fortpflanzungsorgane nie reifer wurden.

>> Ungarn will trans* Personen nicht mehr anerkennen

  • Quelle:
  • Noizz.de