Todesstrafe für Homosexuelle: Bundesregierung bestellt Botschafterin von Brunei ein

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In Brunei ist ein Kuss zwischen zwei Frauen nicht ohne Folgen möglich Foto: tallierobinson / Unsplash

Seit heute droht auf homosexuellen Sex in Brunei die Todesstrafe.

In Brunei werden Schwule und Lesben seit Langem unterdrückt. Bis zu zehn Jahren Haft standen in dem Kleinstaat auf der Insel Borneo bisher auf homosexuelle Beziehungen. Seit heute gelten – trotz internationaler Kritik – noch härtere Strafgesetze. Künftig droht Homosexuellen wegen gleichgeschlechtlichem Sex die Todesstrafe durch Steinigung. Jetzt appelliert das Auswärtige Amt an das Sultanat.

Der Sultan von Brunei, Hassanal Bilkiah Foto: dpa, Lukas Coch / Noizz.de

Grundlage für die verschärften Gesetze ist die Scharia. Sie regelt im weitesten Sinne die religiösen und rechtlichen Normen des Islams. Bruneis Sultan Hassanal Bolkiah hatte im Jahr 2014 damit begonnen, die Scharia einzuführen. Nun hat die Bundesregierung die Botschafterin von Brunei einbestellt. Das Auswärtige Amt habe in dem Gespräch den Sultan dazu angehalten die "bestehende internationale Menschenrechtsverpflichtung einzuhalten." Dabei habe man die Sorge im Zusammenhang mit der Einführung des Scharia-Strafrechts zum Ausdruck gebracht.

Auch Promis kritisierten die neuen Strafgesetze stark

Musiker Elton John und Schauspieler George Clooney riefen zum Boykott von neun Luxushotels auf, die das Sultanat in mehreren Ländern besetzt. Darunter Frankreich, Italien und die USA.

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Quelle: Noizz.de