Diese Diskriminierung legt eine neue Recherche offen.

Das journalistische Medium "Netzpolitik.org" hat Einblicke in die internen Moderationsregeln der chinesischen Plattform TikTok bekommen. In einer neuen Recherche legen Chris Köver und Markus Reuter jetzt offen, dass das soziale Netzwerk "einer Liste von 'Besonderen Nutzer:innen' [hat] deren Videos grundsätzlich als Mobbing-Risiko betrachtet und in der Reichweite gedeckelt wurden – ungeachtet des Inhaltes." Dazu gehörten Menschen mit Behinderungen, sowohl als auch queere Nutzer*innen. Auch dicke User seien von der internen Moderation der App betroffen.

Laut "Netzpolitik.org" würden diese Regelungen unter dem Abschnitt "Bilder von Subjekten, die hochgradig verwundbar für Cyberbullying sind" vermerkt sein und TikTok-Nutzer*innen betreffen, die "auf Basis ihrer physischen oder mentalen Verfassung" ein Opfer von Mobbing auf der Plattform werden könnten. Um verletzende Kommentare und ähnliches einzuschränken, würden diese Inhalte in ihrer Reichweite von den Moderatoren der chinesischen Firma begrenzt werden.

Konkret bedeutet das für Menschen mit Einschränkungen, dass ihre Inhalte auf TikTok durch die internen Kategorisierung "Risk 4" nicht weltweit, sondern nur in Deutschland sichtbar sind. Die Empfehlung durch das Auftauchen auf der "For You"-Seite der App würde nach einer gewissen Zahl an Aufrufen – 6.000 bis 10.000 Ansichten – laut der neuen Recherche ebenfalls gestoppt werden.

Die Moderations-Teams, die in Berlin, Barcelona und Peking arbeiten, sollen bei der Markierung der entsprechenden Inhalte laut Insiderinformationen auf Dinge wie "entstelltes Gesicht", "Autismus" und "Downsyndrom" achten. Trotz der internen Kritik vieler TikTok-Mitarbeiter seien diese Moderationsregeln nicht verändert worden, wie "Netzpolitik.org" schreibt.

Erst vor Kurzem wurde TikTok ebenfalls beschuldigt, China-kritische Inhalte einzuschränken.

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Quelle: Noizz.de