Vermutlich hatte sie jemand absichtlich treffen wollen.

Mitarbeiter einer Tierklinik in Florida haben einen Speer aus einer Meeresschildkröte entfernt. Die etwa 70 Kilogramm schwere Schildkröte sei am Wochenende von einer Bootsfahrerin an einem Riff vor Key Largo entdeckt worden - durchschossen von einem Speer und verwickelt in eine Fangschnur, teilte das Turtle Hospital am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mit.

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Ich weiß bei so einer News einfach nicht, wie ich damit umgehen soll: Auf der einen Seite finde ich es schrecklich und frage mich, wer in seiner Freizeit mit einer Harpune jagt auf Schildkröten macht. Auf der anderen Seite ist das Leben für Milliarden von anderen Tieren auf dem Planeten Erde genauso schlimm, egal, ob in Massentierhaltung, in den komplett zugemüllten Ozeanen, dem gerade brennenden Regenwald in Brasilien oder durch den menschlich bedingten Klimawandel.

Trotzdem kann so eine News natürlich ein starkes Symbol sein und erreicht viele Herzen, weil man bei einer süßen Schildkröte einfach automatisch berührt ist – und in Zukunft vielleicht etwas mehr an das Wohl der Tiere denkt.

Hier also die traurige Geschichte der vom Speer durchlöcherten Amphibie:

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Mit einer Notoperation konnten die Mitarbeiter der Tierklinik den rund 90 Zentimeter langen Speer, der in ihrem Hals steckte und durch den halben Körper ging, glücklicherweise aus der Schildkröte entfernen. Sobald sie ganz geheilt ist, soll " Splinter (ja, sie heißt Splinter) wieder in die Freiheit entlassen worden.

Bereits vor einigen Wochen war eine mit einem Speer beschossene Schildkröte im Süden von Florida entdeckt worden, allerdings bereits tot. Die Mitarbeiter der Tierklinik gehen davon aus, dass beide absichtlich beschossen wurden. Meeresschildkröten sind in den USA eigentlich per Gesetz geschützt, wer sie angreift, dem drohen hohe Strafen und Gefängnis.

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[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de