Zwei der Attentäter sind inzwischen bekannt.

Die London Metropolitan Police gab am Montag bekannt, dass zwei der drei Männer des Terrorangriffs von London identifiziert wurden.

Einer der Terroristen heißt Khuram Shazad Butt, er war 27 Jahre alt und britischer Staatsbürger, der in Pakistan geboren wurde. Der andere heißt Rachid Redouane – ein 30-Jähriger, der behauptete, Marokkaner und Libanese zu sein. Die Identität des dritten Attentäters ist noch unklar.

Bei dem Attentat auf London am vergangenen Sonntag rasten die drei Terroristen in eine Menschenmenge am belebten Borough Market. Danach stiegen sie aus und fingen an, die Menschen mit Messern zu attackieren. Die traurige Bilanz: sieben Tote und 48 schwer verletzte Personen.

Khuram Shazad Butt war Teil einer Doku

Und jetzt kommt eine skandalöse Tatsache ans Licht: Einer der Attentäter war nicht nur längt den Behörden bekannt und wurde mehrere Male der Polizei gemeldet, sondern war auch Protagonist einer „Channel 4“-Doku.

Butt mit Dschihadisten Flagge Foto: Channel 4 / YouTube

„Der Dschihadist von Nebenan“ zeigt, wie radikal einige Muslime in Großbritannien sind. In der mehrteiligen Doku folgte ihm das Film-Team zu öffentlichen Auftritten und Gebeten in Parks.

Butt mit seinen Kumpels im Park Foto: Channel 4 / YouTube

Er wurde zudem dabei gefilmt, wie er eine „ISIS“-Flagge ausrollt und sich zu der Terrororganisation bekennt. Unvorstellbar, dass ein sich so offen zum radikalen Islam bekennender Mann nicht näher beobachtet und verfolgt wurde. Und das trotz der umfassenden und weitreichenden Überwachungsmöglichkeiten in Großbritannien.

Butt rollt die ISIS-Flagge aus Foto: Channel 4 / YouTube

Die britische Boulevard-Zeitung „Daily Mail“ will nun herausgefunden haben, wie Butt radikalisiert wurde. Ein Nachbar erzählte der Zeitung, dass der Vater seine Kinder vorbildlich und weltoffen erzogen habe. Er soll seinen Kindern beigebracht haben, wie man respektvoll mit seinen Mitmenschen umgeht.

Das Kindheitstrauma

Doch als Khuram zwölf Jahre alt war, starb sein Vater plötzlich an einem Herzinfarkt. Der Nachbar beschreibt, wie die Mutter an seine Tür gehämmert und geschrien hätte, dass ihr Mann auf dem Boden liegen und nicht mehr atmen würde.

In der Küche des Hauses lag der Vater verkrampft auf dem Boden, daneben ein schreiender, verzweifelter Junge: der spätere Attentäter von London.

Der plötzliche Tod des Vater veränderte die Situation der Familie dramatisch. Khuram radikalisierte sich später in einer konservativen Moschee und versuchte, Kinder auf der Straße zum Islam zu bekehren.

Wie konnte das passieren?

Die Politik muss sich nun dringenden Fragen stellen. Wie kann es sein, dass trotz Überwachung innerhalb von 73 Tagen drei große Terrorangriffe in England möglich waren? Und wie kann es sein, dass ein so bekannter Dschihadist die Möglichkeit dazu hatte?

Hier die Doku; ab Minute 15:03 seht ihr den London-Attentäter:

Quelle: Noizz.de