Etwa eine Million Hunde verzehren die Südkoreaner pro Jahr.

Südkorea hat jetzt endlich per Gericht entschieden, dass Hunde nicht mehr getötet werden dürfen, um sie zu essen! Was in Deutschland längst Norm ist, wird von Tierschützern in Südkorea als historisches Urteil bezeichnet. Die Entscheidung des Regionalgerichts in Bucheon soll den Weg für ein komplettes Verbot des Verzehrs von Hundefleisch ebnen, sagte die Anwältin Kim Kyung Eun von der Tierschutzorganisation Care am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

In Südkorea gibt es etwa 17.000 Hundefarmen. Etwa eine Million Hunde sollen laut Schätzungen pro Jahr verzehrt werden.

Tradition stirbt aus

Eigentlich gehören die Gerichte mit Hundefleisch zur traditionellen koreanischen Küche,  inzwischen sehen viele Südkoreaner die Fellnasen aber eher als Haustiere, dadurch geriet der Verzehr in den letzten Jahren immer mehr in Verruf.

In dem Prozess in Bucheon klagte die Tierschutzorganisation nun gegen den Betreiber einer Hundefarm. Die Organisation warf ihm vor, Tiere “ohne berechtigten Grund“ zu töten sowie gegen Hygiene- und Bauvorschriften verstoßen zu haben. Dem stimmte das Gericht zu. Fleischverzehr sei rechtlich kein ausreichender Grund für das Töten von Hunden. Es verhängte eine Strafe in Höhe von 2.300 Euro. Dieser Fall könnte also dazu führen, dass mit der Argumentation in Zukunft auch andere Farmen geschlossen werden müssen.

Vertreter der Hundefarmbranche reagierten natürlich empört und forderten die Politik zur Klarstellung auf. “Wir können kein Urteil akzeptieren, dass das Töten von Hunden zur Fleischerzeugung mit dem Töten eines Tieres aus einer bloßen Laune heraus auf eine Stufe stellt“, sagte ein Sprecher im südkoreanischen Fernsehen. Die Regierung müsse für rechtliche Klarheit sorgen und den Verzehr von Hundefleisch legalisieren.

Bisher war der Verzehr von Hundefleisch nicht illegal. Die Behörden griffen aber schon in der Vergangenheit immer wieder auf Argumente wie Hygienebestimmungen und grausame Schlachtmethoden zurück, um beispielsweise vor internationalen Großereignissen Hundefarmen zu schließen.

Quelle: Noizz.de