Psycho-Spiele für dein Handy-Display ...

So sieht zeitgemäßes Storytelling aus: Die App „Hooked“ erzählt Kurzgeschichten – dargestellt als Chat-Verlauf zwischen zwei Protagonisten. Da schreibt dann zum Beispiel Tiffany ihrer Mutter, dass im Keller ein Baby schreit und draußen vor der Tür eine blutüberströmte Frau an die Tür klopft.

Eine der Geschichten von „Hooked“ Foto: Screenshot / Hooked-App;

Klingt komisch? Ist aber erfolgreich!

„Hooked“ steht momentan in den Top 5 der App-Charts, an der Spitze des iTunes-Stores und auf Platz vier im Google Play Store.

So sieht die Menüführung (l.) und die Vorschau einer Story aus Foto: Screenshots / Hooked-App;

Das Erfolgsgeheimnis liegt im simplen Konzept. Die Oberfläche sieht aus wie der eigene Chat, durch ein Klicken auf „weiter“ wird die nächste Nachricht angezeigt. Es fühlt sich so an, als wärst du live bei der Entwicklung der Ereignisse dabei. Du erfährst schrittweise immer mehr und begreifst nach und nach, was eigentlich abgeht.

So wird in der Story Spannung aufgebaut Foto: Screenshot / Hooked-App;

So baut sich Spannung auf und du willst weiterlesen. Was dabei jedoch leider nervt: Die Gesprächspartner drucksen zuweilen rum und geben nichtssagende Floskeln von sich. Die Geschichten ziehen sich dadurch unnötig hin und wirken so etwas unglaubwürdiger. Unpraktisch ist auch, dass für jeden einzelnen Satz der „weiter“-Button gedrückt werden muss.

Die Mutter wirft mit nichtssagenden Floskeln um sich Foto: Screenshot / Hooked-App;

Und nach einer uns unbekannten Anzahl Klicks ploppt eine Nachricht auf: Unsere „Gröler“ seien aufgebraucht und erst in über 30 Minuten wieder verfügbar.

Da hilft nur warten ... Foto: Screenshot / Hooked-App;

Logisch: Die App soll Geld machen. Wer will, kann ein Abo abschließen und alle Stories ungehindert durchlesen.

... oder Geld bezahlen. Foto: Screenshot / Hooked-App;

Doch das hindert die User offenbar nicht daran, sich die App runterzuladen und die Horror-Geschichten gebannt zu verfolgen. In den USA kam „Hooked“ bereits im Dezember 2016 auf den Markt. Die LA Times berichtete damals, die App wäre so erfolgreich, dass sich die Macher aus den ausgewerteten Daten die nächste große Hollywood-Geschichte erhoffen würden.

Dem User stehen verschiedene Kategorien zur Auswahl Foto: Screenshot / Hooked-App;

Übrigens: „netz.de“ weist darauf hin, dass Nutzer mit der App auch eigene Grusel-Geschichten kreieren und ihrer fürchterlichen Fantasie freien Lauf lassen können.

Quelle: Noizz.de