Stalking ist in Japan ein großes Problem, das auf juristischer Ebene bislang zu wenig Hilfe für potenzielle Opfer, und zu wenig strafrechtliche Konsequenzen für Täter geboten hat. Nun sollen staatlich subventionierte Kameras für Opfer bereitgestellt werden, um Tätern im Zweifelsfalls direkt mit Beweismaterial belasten zu können.

Opfer von Nachstellungen sollen in Japan besser geschützt werden. Da es immer wieder vorkommt, dass Täter heimlich GPS-Navigationsgeräte an die Autos ihrer Opfer anbringen, will die Polizei den Opfern zu ihrem eigenen Schutz Überwachungskameras für ihre Fahrzeuge auf Leihbasis zur Verfügung stellen. Wie die japanische Nachrichtenagentur "Jiji Press" am Dienstag berichtete, soll diese ab kommenden Jahr geplante Maßnahme helfen, die Täter zu identifizieren und weitere Vergehen zu verhindern.

Stalking in Japan: Zigtausende Fälle pro Jahr

Nachstellung – auch Stalking genannt – ist in Japan ein ernstes Problem. Ein 2017 verschärftes Gesetz gegen Stalking sieht neben Geldstrafen Haft von bis zu einem Jahr vor. In Deutschland sieht das Strafgesetzbuch für Nachstellung dagegen bis zu drei Jahre Gefängnis oder Geldstrafe vor.

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Japans Polizei zählte im vergangenen Jahr mehr als 20.900 Beratungsfälle, bei denen sich Menschen wegen Nachstellungen an die Beamten wandten. Im Jahr davor waren es mehr als 21.000 Konsultationen gewesen. Der leichte Rückgang könnte nach Angaben der Polizei mit einer Verschärfung der Gesetzeslage sowie einem wachsenden Bewusstsein in der Bevölkerung zusammenhängen. So können die Ermittler Verdächtige nun auch anklagen, auch wenn das Opfer aus Sorge vor Rache selbst keine Strafanzeige gestellt hat. Zudem kann die Polizei auch ohne Verwarnungen Kontaktverbote verhängen. Im vergangenen Jahr geschah das in mehr als 1.300 Stalking-Fällen.

[Text zusammen mit: dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de