Sollen KZ-Gedenkstätten-Besuche Pflicht für alle Schüler sein?

Jean Mikhail

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Das KZ Auschwitz Foto: dpa picture alliance

Der Zentralrat der Juden fordert das.

Gerade erst gab es wieder eine Umfrage, deren Ergebnis man kaum glauben kann: 40% der Schüler über 14 Jahren wissen nicht was Auschwitz war. Sagt die Körber Stiftung.

Und das obwohl das Thema doch eigentlich Pflicht ist in der Schule – denkt man. Zugleich ist Antisemitismus in Schulen immer noch verbreitet, unabhängig davon, ob ideologisch motiviert oder eher aus pubertärem Grenzen austesten.

Der Zentralrat der Juden hat jetzt dazu aufgerufen, Besuche in KZ-Gedenkstätten für alle Schulklassen im Land zur Pflicht zu machen. Denn in Gedenkstätten werde sichtbar, „wohin die Diskriminierung und Verfolgung einer Minderheit im Extremfall führen“ könne, sagte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, dem MDR-Magazin „exakt“.

Bislang nur in Bayern

KZ-Besuche waren schon zu DDR-Zeiten Pflicht, wo vor allem im Rahmen der Jugendweihe die Gedenkstätte Buchenwald frequentiert wurde. „Freiwillig haben ja manche Scheu davor, das zu sehen oder zu erleben“, sagt der Holocaust-Überlebende Rolf Isaacsohn.

Im heutigen Deutschland stehen KZ-Besuche bislang nur in Bayern auf dem Lehrplan – dort wird vor allem die Gedenkstätte Dachau bei München angesteuert.

Dachau Foto: Sven Hoppe / dpa picture alliance

Die Leitung der Gedenkstätte Buchenwald hält eine solche Verpflichtung allerdings nicht für sinnvoll: „Unsere jahrzehntelangen Erfahrungen zeigen, dass bei freiwilligen Gedenkstättenbesuchen die Eigenmotivation der Besucher deutlich höher ist, sich intensiv und nachhaltig mit Buchenwald und seiner Geschichte auseinanderzusetzen“, sagt Sprecher Philipp Neumann-Thein. Doch kommt die Eigenmotivation von Alleine?

Quelle: Zeit

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