... und grinste dem Drogenboss dabei ins Gesicht.

Seit Anfang November läuft der Prozess gegen Joaquín Archivaldo Guzmán Loera, besser bekannt als El Chapo. Guzmán gilt als der größte Kriminelle des 21. Jahrhunderts. Die Liste der Verbrechen, die ihm zur Last gelegt werden, lassen wenig Raum für Zweifel: illegaler Besitz von Schusswaffen, Drogenhandel mit Verteilungsabsicht, Geldwäsche, organisiertes Verbrechen gegen die Gesundheit, Entführung und Mord von rund 3.000 Menschen.

Dieser Zeuge stellt die bisher wohl größte Gefahr für den Drogenboss dar

Bis heute sagten sieben Zeugen gegen den Ex-Boss des Sinaloa-Kartells aus. Nun kommt ein weiterer hinzu – und sorgt damit für eine große Überraschung im Prozess. Vicente Zambada Niebla kommt aus dem direkten Umfeld des Kokain-Königs. Er ist der Sohn von El Chapos Langzeitpartner Imael Zambada. Der soll mittlerweile die Führung des Sinaloa-Kartells übernommen haben. Informationen aus der ersten Riege. Das gab es bisher so nicht!

Vom El-Chapo-Prozess gibt es keine Fotos. So soll der Drogenboss bei seiner ersten Vorladung ausgesehen haben.

Laut „New York Times“ stand der 43-Jährige vergangene Woche bereitwillig Frage und Antwort. Der Verlauf liest sich wie ein Film: Als Zambada den Gerichtssaal betritt soll er dem Drug-Lord erst einmal ein selbstbewusstes Grinsen geschenkt haben. Selbstbewusst ging es auch weiter. Niebla packte auf allen Ebenen aus: Schmuggelrouten, Geldwäsche-Programme, blutige Kriege, persönliche Vendetten und mehrere Millionen Dollar an Bestechungsgeldern.

Zambada sagte unter anderem aus, dass sein Vater oft mehr als eine Million US-Dollar Bestechungsbudget hatte. Die Details darüber, wohin diese Gelder flossen, sagt viel über die Macht des Kartells aus. Zambada berichtet von einem Army-General, der als Beamter im mexikanischen Verteidigungsministerium tätig war und vom Kartell monatlich 50.000 US-Dollar erhielt. Ein anderer Militär-Offizier, Bodyguard des ehemaligen Präsidenten Mexikos, soll ebenfalls regelmäßig geschmiert worden sein.

Außerdem soll Zambada über Zulieferer, Vertreiber, Leibwächter, Cousins, Brüder und Söhne El Chapos gesprochen haben.

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So wurde Zambada Teil des Drogenkartells

Er selbst stieg schon früh ins Drogengeschäft ein. Sein Vater habe ihn mit in Meetings genommen, damit er das Business kennenlernen konnte. Zuerst überbrachte er Nachrichten für seinen Vater, später koordinierte er Kokainsendungen von Kolumbien nach Mexiko und weiter in die USA. Zambada arbeitete sich mit den Jahren immer weiter hoch in der Kartells-Hierarchie – bis er 2009 in Mexiko City verhaftet wurde.

Bevor sein Prozess beginnen konnte, machten seine Anwälte der Staatsanwaltschaft mit einer überraschenden Information einen Strich durch die Rechnung. Zambada sei Informant der amerikanischen Drogenbehörde.

Im Jahr 2013 bekannte er sich schuldig wegen Drogendelikten. Seit fünf Jahren wartet er nun schon darauf, vor Gericht seine Geschichte zu erzählen.

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Quelle: Noizz.de