Offenbar ohne dabei gegen Gesetze zu verstoßen.

Ein cleverer Betrüger hat es geschafft, Spotify zu verarschen und dem Musik-Streaming-Dienst dadurch Millionen aus der Tasche zu ziehen – und so wie es aussieht, hat er sich dabei nicht mal strafbar gemacht!

Ein bislang unbekannter Nutzer, der sich in Bulgarien aufhält, hat dem Streaming-Dienst monatelange für mindestens zwei Playlists Kohle abgezockt. Dafür muss man verstehen, wie das Bezahlsystem bei Spotify funktioniert: Wie Techbook erklärt, bekommt der Rechteinhaber der Songs jedes Mal, wenn ein Lied angehört wird, geringe Beträge von 0,0006 bis 0,0084 Dollar. Der Track muss mindestens 30 Sekunden wiedergegeben werden, um Geld zu verdienen.

Laut dem britischen Magazin „Music Business Worldwide“ lud der Bulgare mindestens zwei Playlists auf Spotify hoch – völlig legal. Auffällig: Die Tracks waren nur etwa 40 Sekunden lang. Sie trugen die Namen „Soulful Music“ und „Music from the heart“. Anschließend erstellte er mehr als 1.000 Premium-Accounts, die seine eigenen Playlists wieder und wieder rund um die Uhr wiedergaben. Vermutlich setzte er dafür Bots ein.

Zuverlässig zahlte er jeden Monat seine Beiträge von jeweils 9,99 Dollar und verstieß so gegen kein Gesetz. Spotify schätzt, dass er mindestens 1.200 Fake-Accounts nutzte und rund 12.000 Dollar im Monat dafür hinlegte.

„Music Business Worldwide“ berechnete, wie viel Geld er dadurch verdient haben müsste. Insgesamt dürften es demnach mehrere Millionen Dollar gewesen sein. Mehr als eine Million habe ihm wohl allein die „Soulful Music“- Playlist eingebracht: Pro Monat kann jeder Fake-Account mit Bots 60.000 Songs abspielen. Bei 1.200 Accounts sind das 72 Millionen angehörte Tracks im Monat. Wenn der Bulgare jeweils 0,004 Dollar verdient hat, sind das 288.000 Dollar im Monat. Die Playlist war mindestens 4 Monate online, bevor Spotify davon Wind bekommen hat. Hinzu kommt, dass er mindestens eine weitere Playlist erstellt hat.

Im September 2017 wurden die beiden Playlists so oft abgespielt, dass sie in die Liste der Top 100 der globalen Spotify-Playlists rutschten und in den USA sogar auf Platz 11 landeten. So wurde Spotify auf die Tracks aufmerksam und der ganze Schwindel flog auf.

Quelle: Noizz.de