Der Herzinfarkt ist gerade durchgestanden, schon wird in die nächste Nummer gestartet. Bitte was? So oder so ähnlich liest sich eine aktuelle Studie aus Großbritannien – auf den ersten Blick! Natürlich ist diese irre Empfehlung ganz und gar nicht das, was die Wissenschaftler*innen uns damit ans Herz legen wollen. Fakt scheint aber trotzdem zu sein: Sex nach einem Herzinfarkt erhöht die Überlebenschancen.

Aber von vorne: Ein Forschungsteam der Universität Tel Aviv hat eine Verbindung zwischen dem Sexualleben und der Genesung nach einem Herzinfarkt gefunden – und empfiehlt deshalb, die Aktivitäten im Schlafzimmer nach einem Herzkasper ja nicht einzustellen. Man könnte ja meinen, Herzrasen aufgrund von Sexy Time berge ein Risiko für Herzpatient*innen. Dem ist nicht so. Ganz im Gegenteil. Sex ist Sport und Sport ist gut für Herzinfarkt-Überlebende. Allerdings soll der Akt nicht unmittelbar nach dem medizinischen Notfall erfolgen, Krankenhaus first!

Die Studie, die jetzt im "European Journal of Preventive Cardiology" veröffentlicht wurde, analysiert Daten von rund 500 Personen unter 65 Jahren, die einen Herzinfarkt erlitten haben. Das Ergebnis: Die Aufrechterhaltung oder Steigerung der sexuellen Aktivität innerhalb der ersten sechs Monate nach einem Herzinfarkt war in den folgenden 22 Jahren mit einem geringeren Sterberisiko verbunden.

Auch junge Menschen können einen Herzinfarkt erleiden

Laut der Deutschen Herzstiftung müssen in Deutschland jährlich rund 300.000 Menschen einen Herzinfarkt durchstehen, rund 50.000 Menschen sterben daran. In den meisten Fällen sind die Betroffenen über 50 Jahre alt. Allerdings sind jüngere Menschen nicht per se vorm Herzinfarkt geschützt. Mit "jung" ist in diesem Fall allerdings Mitte 30 gemeint. Im Teenie-Alter kommt der Herzinfarkt so gut wie nie vor.

So kommt es zu einem Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt entsteht durch den Verschluss eines Herzkranzgefäßes. Wenn die Zellen des Herzmuskels dadurch nicht ausreichend mit Blut versorgt, sterben sie ab. Es gibt fünf Faktoren, die das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, erhöhen: eine Blutzuckererkrankung, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Rauchen und die Vorbelastung durch die Familie.

  • Quelle:
  • Noizz.de