Er will die Geschichte der Männer erzählen.

Wer schon mal durch den Görlitzer Park gelaufen ist, kennt das Phänomen: Innerhalb kürzester Zeit quatschen dich mindestens zehn Dealer an und versuchen, ihre Ware zu verkaufen. Die Stadt Berlin scheint dagegen bislang machtlos.

Der Künstler Scott Holmquist, ein Amerikaner, der in Berlin lebt, widmet jetzt eine ganze Ausstellung den Dealern des „Görli“.

„Andere Heimaten“ heißt sie: Die Kunst darin beschäftigt sich mit den Drogendealern, die eben nicht nur Drogendealer sind – sondern eine Herkunft haben, die sie irgendwann verlassen mussten.

Holmquist hat 13 der meist afrikanischstämmigen Dealer interviewt, um mehr über ihre Geschichte zu erfahren. In der Ausstellung stehen Pappaufsteller der Männer – anhand von ihnen soll der Besucher besser verstehen können, woher sie kommen, was sie durchgemacht haben und wie sie schließlich dort landeten, wo sie heute sind.

Das Thema ist Holmquist offensichtlich sehr wichtig: Vor einem Jahr stellte er bereits einen Bürgerantrag, in dem er noch einen Schritt weiter ging und ein Denkmal für die Dealer des Görlitzer Parks forderte.

Die Reaktionen auf das Projekt sind unterschiedlich. Wie zu erwarten, kritisiert die Berliner CDU das Projekt hart:

„Es ist Ausdruck völliger Verkommenheit, Drogendealer, die unsere Kinder von Drogen abhängig machen und gesundheitlich zerstören wollen, als unerschrockene und tapfere Arbeiter zu bezeichnen, die ihren Lebensunterhalt verdienen. Diese Drogendealer gehören in den Knast, und nicht in eine Ausstellung!“, sagte Fraktionssprecher Burkard Dregger der Bild.

Unterstützung bekommt Holmquist dagegen von den Berliner Grünen und Piraten. Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg Monika Hermann sagte der Bild:

„Die Ausstellung ist keine Glorifizierung von Drogen oder ihrem Handel, sondern eine Auseinandersetzung mit einem Problem, das sich nicht dadurch löst, indem es totgeschwiegen wird.“

Auch das Hanf-Museum in der Hauptstadt ist ein Supporter Holmquists.

Vom 21. November bis zum 14. Januar 2018 könnt ihr euch im FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum selbst ein Bild von der Ausstellung machen.

Quelle: Mitvergnuegen