„Satanistische“ Metal-Band in Georgien festgenommen

Alena Struzh

Pop, Food und Feminismus
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Rotting Christ Foto: Pressebild Rotting Christ

Es ist nicht das erste Mal, dass ihr Bandname Probleme macht.

Eigentlich wollte die griechische Band Rotting Christ ein Konzert in der georgischen Hauptstadt Tiflis spielen und ihre Leidenschaft für Metal in Osteuropa verbreiten. Doch bei der Einreise wurden Frontmann Sakis Tolis und sein Bruder und Drummer Themis Tolis von der Polizei aufgehalten.

Zwölf Stunden ohne Anklage

Angeblich wollten die Beamten nur Fragen zu ihrer Ankunft stellen, doch schon bald fanden sich die Musiker in einer Gefängniszelle wieder – ohne Anklage, ohne Tageslicht, ohne Kontakt zur Außenwelt. Auch wurden den beiden ihre Reisepässe und Handys entnommen. So jedenfalls erzählten es die Brüder dem Onlinemagazin „The Quietus“.

„Als wir forderten, dass sie uns den Grund der Festnahme erklärten, sagten sie uns bloß, dass diese Information ‚vertraulich’ sei“, sagt Sänger Sakis Tolis. Zwölf Stunden verbrachten die Griechen in der Zelle.

Nach den Bemühungen der zwei anderen Bandmitglieder und des lokalen Promoters wurden die Brüder aber freigelassen. Auch der Band-Auftritt in Tiflis konnte stattfinden.

Der Bandname deutete für die Beamten Terror an

Später stellte es sich heraus, dass die Musiker aufgrund ihres Bandnamens auf einer schwarzen Liste des georgischen Staats standen – aufgrund des Titels „Rotting Christ“, zu Deutsch „Verdorbener Christus“, verdächtigte das christlich-orthodox geprägte Land die Band des Satanismus und Terrors.

Kurz nach ihrer Freilassung äußerten sich die Brüder auf Facebook gelassen: „Es gibt kein Gefängnis, das unsere endlose Lust nach Metal irgendwie stoppen wird!“ Sie seien nach einer Show in Armenien inzwischen sicher Zuhause in Griechenland angekommen.

Proteste gegen antichristliche Auftritte

Es ist nicht das erste Mal, dass Rotting Christ Probleme wegen ihres Bandnamens bekommen: In Malta protestierten Bürger etwa gegen einen Auftritt der Band auf der Insel. Auch mussten die Musiker im Jahr 2005 einen griechischen Festivalauftritt absagen, als ein Mitglied von Megadeth sich weigerte, auf der gleichen Bühne zu spielen.

Jedoch feiern die Pioniere des Death Metal große Erfolge - seit 1987 hat die Gruppe 14 Alben rausgebracht und beeinflussen besonders in Osteuropa die dortige Metal-Szene.

Quelle: Noizz.de

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