Roger Moore, der 89-jährige britischer Schauspieler hat seinen mutigen Kampf gegen den Krebs verloren.

Die drei Kinder des Briten veröffentlichten gestern eine rührende Bekanntmachung auf der Twitter-Seite ihres geliebten Vaters: „Schweren Herzens müssen wir uns von unserem liebenden Vater verabschieden …“

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Roge Moore in 1985

Er war der Inbegriff des höflichen und sanften Gentlemans. Egal bei welcher Temperatur zeigte der smarte Brite höchste Eleganz im dreiteiligen Anzug. Er genießte eine knapp acht Jahrzehnte lange Schauspielkarriere.

Höhepunkt war maßgeblich seine Rolle als dritter James Bond Darsteller. Sein erster Film als Geheimagent 007 war „Leben und sterben lassen“, der 1973 erschien. Damals war er bereits Mitte 40.

Zuvor hatte er sich den Titel des damals bestverdienensten Schauspieler geholt – mit einer Rolle als schottischer Playboy in der TV-Serie „Die 2“, für die er eine Gage von einer Million Pfund für die ganze Serie bekam. Die Serie war ein absoluter Flopp – und Moore ein reicher Mann.

Der Frauenheld Roger Moore als James Bond

Roger Moore veränderte den Stil von James Bond vom ersten Moment an so prägend, dass wir den Charakter so in Erinnerung haben, wie er ihn verkörperte.

Weg von dem leicht spießigen, britischen Top-Beamten, wie ihn Sean Connery und George Lazenby spielten, hin zum frechen, selbstironischen Verführer, der Frauen und schnelle Autos liebt und realitätsfern ist.

Sein Aussehen, die kräftige Statur und das gut aussehende Gesicht mit dem verschmitzten Lächeln, gepaart mit perfekt-sitzenden Anzügen und Schuhen, waren damals ein Gegensatz zu dem aggressiven Kämpfer, den Bond auspacken musste um Gegner auszulöschen.

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Wie der SPIEGEL passend schrieb, war der neue Bond „nicht mehr Agent um die Welt zu retten und das Gute zu beschützen“, nein der neue Bond machte diesen Job nur wegen der vielen Vorteile, die er mit sich brachte. Namentlich: „schöne Frauen rumzukriegen, bedenklich viel zu trinken und mit den neuesten Gadgets ausgestattet zu sein.“

Die Szenen, die Roger Moore in James Bond prägten, waren aberwitzig und zum Teil unrealistisch bis ins Unvorstellbaren. Wer rettet sich vor dem sicheren Tod durch Krokodile, in dem er einfach über deren Rücken zur Sicherheit eines Bootes läuft? Moore spielte diese Szenen mit einer Lockerheit, die ihm keiner nachmachen konnte.

Roger Moore als James Bond in „Im Angesicht des Todes“

Alle darauffolgenden Bonds, ob Timothy Dalton oder Pierce Brosnan waren kaum so authentisch, denn: sie scheiterten daran zu versuchen, den perfekten, das Ideal James Bond zu spielen.

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Daniel Craig ist so weit weg von Roger Moore, wie es nur möglich ist. Er spielt im Grunde nur einen modernen Action-Held. Wo ist da bloß der flotte-Sprüche-klopfender Gentlemen?

Der lässigste James Bond aller Zeiten

Das witzige dabei ist, dass Moore sich dabei nicht verstellen musste. Er war charakterlich perfekt geeignet für diesen „besten Bond aller Zeiten“. Er spielte immer sich selbst und das in einer Perfektion.

Wer sonst hätte einen Bond spielen können, der mit einem Lächeln die teuerste Glasmanufaktur in einem Kampf zerstört und dafür nichts zahlen muss, oder etwa auf einem riesigen Schloss in Frankreich auf einem Ball nicht auffällt, da er in seinem Smoking (mit weißer Jacke) eleganter als der Rest ist?

Roger Moore bei einer seiner UNICEF Projekte

Der für seinen Einsatz für die Menschenrechte zum Ritter geschlagene Gentleman hinterlässt drei Kinder und seine Frau Kristina Tholstrup. Zusätzlich hinterlässt er ein schauspielerisches und vor allem menschliches Erbe, dass für kommende Generation nur als Vorbild dienen kann.

„Wenn du keinen Humor hast, kannst du gleich deinen Sarg zu nageln“, er hat seinen Humor nie verloren. Leider muss jeder irgendwann gehen.

  • Quelle:
  • Noizz.de