Sex- und Beziehungstherapeuten wollten über Vielliebe sprechen.

Eine Konferenz zum Thema Vielliebe hat in Israel Proteste jüdisch-religiöser Gruppen ausgelöst. Die religiös orientierte Bar-Ilan-Universität nahe Tel Aviv hatte für Dienstag zu einer Konferenz für Therapeuten zum Thema Polyamorie eingeladen. Gegner befürchteten durch die Konferenz eine Ermutigung zum Ehebruch und riefen zu Protesten nahe der Uni auf.

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Bereits im Vorfeld hatte es laut Medienberichten Widerstand gegen die Veranstaltung gegeben. Ein Video im Internet zeigte Demonstranten mit Plakaten auf denen unter anderem „Ehebruch an der Bar Ilan“ stand. Die Konferenz „legitimiert das Phänomen des akzeptierten und institutionalisierten Betrugs bei verheirateten Paaren“, hieß es auf einer Facebook-Seite mit dem Titel „Stop den Ehebruch an der Bar Ilan“. Auf der Internetseite „Stopbarilan“ war für eine Absage der Konferenz geworben worden.

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Nach Angaben der Universität behandelte die Konferenz Themen, die in der Arbeit mit Patienten aufkommen können, die offene Liebesbeziehungen mit mehreren Menschen führen. Die Konferenz sei nicht dazu gedacht, „zur Vielliebe zu ermutigen“, hieß es in einer Stellungnahme. „Vielliebe ist ein weiter verbreitetes soziales Thema geworden und daher von großem Interesse für die Gemeinschaft der professionellen Sextherapeuten in Israel.“

Das Wort Polyamorie ist ein Kunstbegriff

Das Wort setzt sich aus dem griechischen Wort für „viel“ oder „mehrere“ (polýs) und dem lateinischen Wort für „Liebe“ (amor) zusammensetzt. Wichtig ist bei dieser Beziehungsform, dass alle Beteiligten voneinander wissen und das Handeln der anderen akzeptieren.

[dpa]

Quelle: Noizz.de