Letzter Eintrag auf ihrem Blog: „Die Lage ist verzweifelt.“

In Malta ist am Montag eine Journalistin getötet worden, die der Regierung des Inselstaats Korruption vorgeworfen hatte. Nach Polizeiangaben starb Daphne Caruana Galizia durch eine Bombe, die unter ihrem fahrenden Auto angebracht war.

Die 53-jährige Bloggerin hatte mit ihren Berichten erreicht, dass der maltesische Regierungschef Joseph Muscat wegen Korruptionsvorwürfen Neuwahlen ansetzte. Muscats Frau steht im Verdacht, Bestechungsgelder auf geheimen Konten in Panama versteckt zu haben.

Der Anschlag löste weltweit Entsetzen aus. Der Sprecher der Bundesregierung Steffen Seibert retweetete einen Eintrag des Vize-Präsidenten der EU-Kommission Frans Timmermans, der sich schockiert zeigte über den Mord an der Journalistin.

Der Präsident des Europäischen Parlaments Antonio Tajani nannte den Anschlag einen „brutalen Mord“.

"Ich bin tief schockiert über den Tod von Daphne Caruana Galizia“, teilte Sven Giegold, Abgeordneter der Grünen/EFA-Fraktion im EU-Parlament, mit.

Der maltesische Regierungschef Joseph Muscat, dessen Partei aus den Neuwahlen als Sieger hervorging, sprach von einer „barbarischen“ Tat und einem „schwarzen Tag für unsere Demokratie und unsere Meinungsfreiheit“. Der Politiker wies die Sicherheitskräfte an, die Täter zu finden und vor Gericht zu bringen.

Dem traut der Wikileaks-Sprecher Julian Assange offenbar nicht wirklich. Auf Twitter bot er 20 Tausend Euro Belohnung für Hinweise auf die Täter.

Der australische Journalist Neil Chenoweth schrieb über seine Kollegin: „Ich habe für PanamaPapers mit Daphne Caruana Galizia zusammengearbeitet. Man trifft nicht viele Journalisten, die so gut waren wie sie.

Der letzte Eintrag auf ihrem Blog: „Die Lage ist verzweifelt.“ Daphne Caruana Galizia hinterlässt einen Mann und drei Söhne.

Quelle: Noizz.de