Nutzt eine Krankenschwester in der Psychiatrie ihre Position aus, um Sex mit Insassen zu haben? Das muss nun ein Gericht klären. Der Sex war einvernehmlich – doch ist möglicherweise trotzdem ein Tabu.

Eine Krankenschwester hat in einer Psychiatrie Sex mit einem Insassen – ob sie dafür ihre Stellung als Pflegekraft missbraucht hat, versucht derzeit das Amtsgericht Gemünden in Bayern herauszufinden. Zum Prozessauftakt konnte nicht geklärt werden, ob sie ihre Position missbraucht hat, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch sagte. Daher soll die Verhandlung am 9. März fortgesetzt werden. Bis dahin seien beispielsweise noch Mobilfunkdaten auszuwerten.

Symbolbild: Psychiatrische Klinik

War es einvernehmlich?

Die Staatsanwaltschaft wirft der 39-Jährigen sexuellen Missbrauch eines Gefangenen vor, auch wenn der Geschlechtsverkehr Ende 2018 offensichtlich einvernehmlich geschehen sei. "Die Frau fühlt sich unschuldig", sagte der Sprecher. Unklar sei, ob sie ihre Stellung als Verantwortliche missbraucht habe.

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Die Angeklagte arbeitete im Bezirkskrankenhaus Lohr, wo auch Strafgefangene etwa wegen einer Entziehungskur betreut werden. Sexueller Missbrauch von Gefangenen unter Ausnutzung der beruflichen Position kann aber laut Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft werden.

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[Text: Zusammen mit dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de