"Der ist voller Blut, warum machst du das?", fragte Natalie die Polizistin.

Eine Polizistin in Texas hat einer Frau ihren Tampon herausgezogen, während sie sie auf Drogen untersuchte. Der Vorfall fand schon im Jahr 2016 statt. Erst zwei Jahre später gab das Opfer Natalie Simms eine Anzeige auf. Jetzt entschied sich die Stadt, ihr eine Entschädigungssumme von 205.000 Dollar zu zahlen. 

Vor der Untersuchung beobachtete ein Polizist, wie Natalie mit einer anderen Frau unter einer Brücke verschwand. Als sie zurückkam, wartete sie am Straßenrand auf ihren Freund und telefonierte dabei. Da die Polizisten vermuteten, dass ein Drogen-Austausch stattgefunden hatte, baten sie Natalie, ihr Auto untersuchen zu dürfen.

Natalie willigte ein. Die Polizisten fanden in ihrem Auto nichts. Per Funk holten sie eine weibliche Kollegin dazu, um Natalie abzutasten. Mara Wilson, eine kurz vor der Rente stehende Polizistin, kam zur Unterstützung. Als sie selbst beim Abtasten keine Drogen entdeckten, sagte sie Natalie, sie müsste ihr die Hose ausziehen.

Natalie war kooperativ, erzählte der Polizistin aber, dass sie ihre Tage hätte. Die versprach ihr, sie nicht anzufassen und nur zu gucken. Trotzdem: Als die Polizistin den Tampon-Faden entdeckte, zog sie daran und der Tampon kam heraus.

"Der ist voller Blut, warum machst du das?", fragte Natalie in diesem Moment. Die Polizistin erwiderte darauf, dass sie dachte, da wäre eventuell was drin. Sie führte ihre Untersuchung fort mit dem Kommentar, Natalie wäre "sehr haarig". Das berichtet die US-Zeitung "The Washington Post".

Während der gesamten Untersuchung waren fünf männliche Polizisten anwesend. Natalie wurde auf offener Straße ohne Durchsuchungsbefehl und medizinischen Personal untersucht. Nachdem auch nach dieser Untersuchung nichts fanden, durfte Natalie gehen.

Zwei Jahre nach dem Vorfall erstattete Natalie eine Anzeige wegen der Verletzung ihrer Grundrechte. Die Polizistin erhielt nie eine Strafe für ihre Vorgehensweise, sie ging ein Jahr nach der Untersuchung bereits in Rente.

Die Stadt San Antonio, in der die Untersuchung stattfand, bat Natalie 205.000 Dollar als Entschädigung für den Vorfall an. Ihr Anwalt Dean Malone und sie nahmen die Abfindung an. Der Stadtrat wird noch diese Woche darüber entscheiden, ob sie die Summe genehmigen werden. 

>> Polizist gibt Obdachlosem Kot-Sandwich zu essen

>> Randale und Polizeigewalt: Die Black Eyed Peas sind zurück und zeichnen ein düsteres Bild der USA

Quelle: Noizz.de