Kein Ende in Sicht im Drogenkrieg Mexikos: Während eines Angriffs auf eine Patrouille töteten mexikanischen Polizist*innen 14 mutmaßliche Kriminelle. Wieviele Mordopfer es pro Tag in dem lateinamerikanischen Land gibt und wie viele seit Anfang des Drogenkrieges verschwunden sind.

Mexikanische Polizist*innen haben nach eigenen Angaben 14 mutmaßliche Kriminelle getötet. Bewaffnete hätten am Montag eine Patrouille in einem kleinen Ort im zentralmexikanischen Zacatecas angegriffen, sagte der Polizeichef des Bundesstaates, Arturo López, am Dienstag dem Fernsehsender "Milenio". Die Identität und Größe der bewaffneten Gruppe sei unbekannt. Drei Beamt*innen und ein Angreifer wurden nach Polizeiangaben verletzt. Waffen und Drogen seien sichergestellt worden. Laut offiziellen Angaben ging das Feuergefecht drei Stunden, berichtet "NTV". Es seien 200 Sicherheitskräfte sowie ein Hubschrauber am Einsatz beteiligt gewesen.

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Am Dienstag hatten mexikanische Behörden 1.352 Bankkonten gesperrt, die angeblich 14 Banden in Mexiko-Stadt gehören. Knapp 2,7 Milliarden Peso (rund 108 Millionen Euro) wurden dadurch eingefroren, teilte Santiago Nieto, der Chef des Nachrichtendienstes des mexikanischen Finanzministeriums, mit.

Das Geld stehe im Zusammenhang mit kriminellen Tätigkeiten wie Drogenverkauf, Entführung und Erpressung durch Gruppen wie Unión Tepito, Anti Unión und Cártel Tláhuac, die in Mexiko-Stadt aktiv sind. Der Großraum der mexikanischen Hauptstadt ist mit 22 Millionen Einwohner*innen der bevölkerungsreichste Nordamerikas.

Knapp 100 Mordopfer pro Tag in Mexiko

In der ersten Jahreshälfte 2020 wurden in Mexiko, das knapp 130 Millionen Einwohner*innen hat, laut offizieller Statistik 98,8 Mordopfer pro Tag gezählt - noch etwas mehr als im Vorjahr. Zudem gelten mehr als 73.000 Menschen als verschwunden, viele seit 2006. Die Gewalt in dem nordamerikanischen Land geht zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Banden, die teilweise Verbindungen zu Sicherheitskräften haben. Die meisten Verbrechen werden in Mexiko nie aufgeklärt.

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Wie "Spiegel" berichtet, ist die Gewalt in Mexiko massiv zugestiegen, seitdem die Regierung im Jahr 2006 eine umstrittene Militäroffensive gegen Drogenkartelle eingeführt hatte. Die Mordrate Mexikos ist einer der höchsten der Welt.

[zusammen mit: dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de