Die Freundin des Opfers filmte alles bei Facebook live.

Anfang Juli vergangenen Jahres waren Philando Castile und seine Freundin im Auto unterwegs. Da hielt sie ein Polizist an. Es soll zu einem lauten Wortwechsel gekommen sein. Der Polizist gab zu Protokoll, Castile habe nach einer Waffe gegriffen, woraufhin er um sein Leben gefürchtet habe. Castiles Freundin bestreitet diese Darstellung.

Nun hat ein Gericht den Polizisten freigesprochen. Die Geschworenen-Jury in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota befand ihn der fahrlässigen Tötung nicht schuldig.

Es ist nicht der erste Fall dieser Art, der in den USA für Empörung und Demonstrationen sorgt. Immer wieder werden Polizisten gegenüber Afroamerikanern besonders brutal.

George Zimmerman vor Gericht
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  • 2012 wurde der 17-jährige Afroamerikaner Trayvon Martin von dem Nachbarschaftswachmann George Zimmerman in Sanford, Florida, erschossen. Der Fall führte zu einer bundesweiten Rassismus-Diskussion. Zwar wurde Zimmerman wegen Mordes mit bedingtem Vorsatz angeklagt, doch im Juli 2013 wurde er freigesprochen. Aus dem Fall ging die internationale Bewegung „Black Lives Matter“ hervor.
  • Ein weiterer Fall ereignete sich im August 2014 in der Stadt Ferguson. Der 18-jährige Afroamerikaner Michael Brown wurde von dem Polizisten Darren Wilson nach einem Handgemenge erschossen. Zuvor soll der Schüler in einem Liquor-Store Cigarillos geklaut haben. Unruhen und Demonstrationen führten dazu, dass eine nächtliche Ausgangssperre verhängt wurde. Nach dem eine Grand Jury entschieden hatte, dass es kein Verfahren geben wird, kam es zu Ausschreitungen in 170 Städten in den USA.
  • Nur wenige Stunden vor den tödlichen Schüssen auf Philando Castile kam es in Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana zu einer Schießerei auf den 37-jährigen Afroamerikaner Alton Sterling. Auch in diesem Fall filmte die Freundin des Opfers das Vorgehen der Polizisten. Dennoch kam es zu keinem Verfahren gegen die Beamten.

Quelle: Noizz.de