Nachrichten, die wie eine Netflix-Serie klingen.

Ein Schüler der Polizeiakademie Berlin-Spandau ist bei einer zufälligen Polizei-Razzia aufgeflogen. Anfang September kontrollierte die Polizei eine Berliner Bar, in der sich häufig Mitglieder eines kriminellen Clans und Motorradclubs aufhalten. Der Boss der Gruppe war ein Angehöriger des berüchtigten kriminellen Miri-Clans.

Der 27-Jährige Polizeischüler behauptet, er sei nur zufällig dort gewesen. Allerdings kannte ihn laut Recherchen des RBB das Barpersonal so gut, dass sie ihn dort bereits mit Spitznamen ansprachen.

Polizeischüler dürfen keinen Kontakt zu kriminellen Clans und zu Motorradclubs haben. Dies ist eine konkrete Anweisung, erklärt ein Polizei-Insider gegenüber dem RBB. Nach diesem Vorfall wird die Eignung des Polizeischülers jetzt „in besonderen Maße geprüft“, sagt Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Außerdem wurde die Polizeiakademie über diesen Vorfall unterrichtet, da die Bar, in dem sich der Schüler „zufällig“ aufgehalten hat, ein bekannter Treffpunkt für rockerähnlichen Gruppierungen ist.

Deutliche Hinweise für eine Unterwanderung

Die Deutsche Polizeigewerkschaft äußerte Mittwochmorgen die starke Vermutung, dass arabische Clans gezielt Angehörige in den öffentlichen Dienst einschleusen, um somit die Polizei zu unterwandern. Es gebe dafür „deutliche Hinweise“, sagt Bodo Pfalzgraf, Landesvorsitzender der Gewerkschaft.

Pfalzgraf spricht aber auch von „Einzelfällen“, denn in „über 90 Prozent läuft die Ausbildung reibungslos“. Er sei aber auch dafür, die Einstellungskriterien zu überprüfen.

Clan-Boss Ahmad „Patron“ Miri leugnete die Vorwürfe auf Instagram: „Das ist die nackte lügen presse über mich .. Ich werde in paar Tagen ne stemanet ablegen . Was genau geschah“, schreibt er.

In der letzten Woche gab es häufig Meldungen über Disziplinlosigkeit und verheerende Zuständen an der Berliner Polizeiakademie in Spandau. Besonders Polizistenschüler mit Migrationshintergrund sollen Grund für die skandalösen Zustände sein.

Ein Sanitäter gab als Gastdozent ein Erste-Hilfe-Seminar in der Polizeiakademie Berlin-Spandau. In einer Audio-Nachricht, die er kurz darauf veröffentlichte, beschrieb er seine Eindrücke: „Der Klassenraum sah aus wie Sau, die Hälfte Araber und Türken, frech wie Sau, dumm, konnten sich nicht artikulieren“, war der Wortlaut der Nachricht.

Polizei dementiert

Durch diese Veröffentlichung wurde eine Debatte losgetreten. Denn kurz nach Publikation der Audio-Nachricht erhielt die Berliner Zeitung einen anonymen Brief, der weitere Vorwürfe umfasste. Dieser wurde von einem Mitarbeiter des Landeskriminalamts (LKA) verfasst und war an den Polizeipräsidenten Klaus Kandt gerichtet.

Der Brief enthielt Informationen über mögliche Lockerungen des Auswahlverfahrens. Speziell gehe es um angenommene Bewerber aus kriminellen arabischen Clans. „Bewerber aus diesen Großfamilien werden – trotz Strafakte – in der Polizei angenommen“, schreibt der anonyme Verfasser.

Diese Vorwürfe dementiert das Polizeipräsidium Berlin. Behauptungen wie: ,Personen mit Migrationshintergrund werden bevorzugt, Deutschkenntnisse sind nicht mehr erforderlich oder dass vorbestrafte Personen eingestellt werden‘ seien falsch.

Nach der Bestätigung, dass sich ein Polizeischüler tatsächlich mit einem kriminellen Clan abgibt, ist nun die Frage, wie glaubwürdig diese Dementierungen sind.

Ein israelischer Sicherheits-Experte erklärte in der B.Z., dass diese Entwicklungen die Folge eines falschen Toleranzverständnisses seien: Deutschland sei für kriminelle Clan-Mitglieder aus dem Libanon oder Gaza „nur Mittel zum Zweck“, es gehe einzig darum, möglichst viel Macht aufzubauen.

Die Miri-Familie spielt mittlerweile auch im Deutsch-Rap eine Rolle. Ahmad Miri sorgte beispielsweise in Berlin für den Schutz von Kollegah und lieferte sich im Juli eine blutige Schlägerei mit der KMN-Gang rund um Miami Yacine.

Die Hauptstadt ist auch durch den Abou-Chaker-Clan geprägt, die wiederum eng mit Bushido verbandelt sind. So wurde unter anderem der Straßenstrich am Hackeschen Markt durch ein Mitglied des Clans geleitet, auch ein Raubüberfall bei einem Pokerturnier ging auf die Großfamilie zurück.

Quelle: Berliner Zeitung