Ein Polizei-Fail auf ganzer Linie.

Stell dir vor, du wirst von der Polizei nichts ahnend aus dem Verkehr gezogen. Die Beamten begegnen dir misstrauisch. Sie halten deine getönten Scheiben für zu dunkel. Aber nicht nur das: Einer der Polizisten entdeckt eine alte Packung hellblauer Zuckerwatte im Fußraum deines Wagens, ist sich schnell sicher: DAS MUSS METHAMPHETAMIN SEIN. Du wanderst drei geschlagene Monate ins Kittchen – wegen Zuckerwatte.

Genau das ist einer Mutter aus dem US-Bundesstaat Georgia Ende 2016 passiert. Jetzt verklagt sie den Bezirk, in dem die Polizisten sie fälschlicherweise zur Drogendealerin machten. Laut den Unterlagen, die der US-Fernsehstation „WMAZ“ vorliegen, wurde Fincher wegen Meth-Handels mit Verkaufsabsicht hinter Gitter gebracht. Ihre Kaution belief sich damals auf satte eine Million US-Dollar.

Warum den Polizisten ein so gravierender Fehler unterlaufen konnte?

Zuckerwatte verliert mit der Zeit ihre Fluffigkeit. Nach und nach verhärtet der Zucker, es bilden sich Kristalle … wahrscheinlich führte diese Optik die Ordnungshüter auf eine falsche Fährte. Die Süßigkeit wurde noch vor Ort untersucht. Angeblich reagierte der Schnelltest auf Meth.

Es sollte bis März 2017 dauern, bis die Zuckerwatte erneut untersucht wurde. Das Ergebnis: kein Meth. Definitiv Zuckerwatte! Drei Monate im Knast wegen Chaos im Fußraum. Hört sich an wie ein Witz. Fincher findet das Ganze so gar nicht lustig. Im Interview mit „WMAZ“ erzählt sie, was im Nachgang besonders an ihr nagt: Sie habe nicht nur die Geburt ihrer Zwillings-Enkel verpasst – auch für ihre Tochter, die während der Zeit eine Fehlgeburt erlitt, konnte sie nicht da sein.

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Quelle: Noizz.de