Das Vorhaben ist allerdings umstritten.

NRW-Integrationsmister Joachim Stamp (FDP) will für ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren sorgen. Stamp gehe davon aus, dass Kinder nicht dazu gedrängt werden dürfen, ein Kopftuch zu tragen. Daher spreche er sich für ein Verbot aus, sagte Stamp der "Bild". Nur erwachsene Frauen könnten die Frage nach dem Tragen eines Kopftuchs selbstbestimmt entscheiden.

Unterstützung erhält Stamp von seinem Parteivorsitzenden Christian Lindner: „Es ist zugleich ein leider notwendiger Hinweis, dass unsere moderne Gesellschaft die individuelle Religionsfreiheit auch innerhalb von Familien verteidigt.” Lindner ist der Meinung, dass ein solches Verbot die Persönlichkeitsentwicklung der Mädchen stärke.

„Statt sinnfreier Islamdebatten setzt unser Minister Joachim Stamp auf Entscheidungen für eine liberale, fordernde Integrationskultur", teilte Lindner auf Facebook mit. Aussagen, die auch als Seitenhieb gegen den Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verstanden werden könnten: Seehofer hatte zuletzt in einem Interview mit "Bild" gesagt, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre und damit eine breite Diskussion losgetreten.

Auf andere Seite äußern sich Politiker auch kritisch zu Stamps Forderungen: „Ich persönlich halte nichts von solchen Verboten”, sagte die Kultusministerin Baden-Württembergs, Susanne Eisenmann (CDU). Toleranz, Weltoffenheit und Diversität gehörten an jede Schule und an jeden Kindergarten. „Deshalb arbeiten wir auch nicht mit Untersagen.”

Auch der Vorsitzende des Islamrats für Deutschland, Burhan Kesici, hält es für falsch, eine solche Debatte zu führen: „Kopftuchzwang und Kopftuchverbot schlagen in dieselbe Kerbe: Beide entmündigen Musliminnen.”

NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler bestreitet, dass der Vorstoß zu einem Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 die Religionsfreiheit tangiert. „Es geht hier nicht um religiöse Symbole”, sagte sie im ZDF-Morgenmagazin am Mittwoch.

Im Islam tragen Frauen das Kopftuch erst mit Anfang der Pubertät. Dabei geht es darum, dass die Reize der Frau vor Männern zu verhüllen. Dazu sagte die CDU-Politikerin: "Dass Mädchen im Kita- und Grundschulalter die Reize vor Männern verhüllen müssten - genau das sexualisiert das Kind." Deshalb müsse diese Debatte geführt werden, damit die Mädchen sich frei entfalten könnten.

Quelle: Zusammen mit dpa