#metoo ist „Person des Jahres 2017“ – wir hätten bessere Vorschläge!

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Das sind unsere Alternativen für die „Person des Jahres 2017“
Das sind unsere Alternativen für die „Person des Jahres 2017“ Foto: NOIZZ / Collage

Wir sind enttäuscht.

Das Time-Magazine hat gesprochen: Der Hashtag #metoo ist „Person des Jahres 2017“. Wir von NOIZZ gestehen: Damit sind wir unzufrieden. #metoo ist wichtig, #metoo lenkt Aufmerksamkeit auf schmierige Anmachen, Grabschereien und Vergewaltigungen, die lange totgeschwiegen wurden.

Aber #metoo ist keine Person! Wieso so unkonkret, liebes Time-Magazine? Wieso sich nicht festlegen? Habt ihr jetzt auch schon die typisch millennialeske „Hilfe-ich-will-mich-nicht-festlegen-denn-es-gibt-so-viele-Möglichkeiten“–Paranoia?

Unsere Redaktion macht da nicht mit. Hier sind deswegen unsere Vorschläge: Diese fünf Menschen hätten die besseren „Personen des Jahres“ abgegeben.

Ahmet Demir

„Beste Dönermann! Bei Ahmet Demirs ,City Döner' in meiner Heimatstadt Altena holen meine Brüder und ich Döner, seit wir Döner essen können. Und Demir ist aus zwei Gründen ein absoluter Supertyp.

Ahmet und Vater Abdullah Demir Foto: Oliver Berg / dpa picture alliance

1) Gemeinsam mit Vater Abdullah hat er es geschafft, Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein bei der Messerattacke Ende November das Leben zu retten. Mutig hat er den Angreifer, der Hollstein in dem Imbiss mit einem Fleischermesser attackierte, überwältigt – so kam der Bürgermeister mit einer kleinen Schnittverletzung am Hals davon.

2) Ahmet Demir kann etwas, das leider nur wenige Dönermänner können: Er hat es raus, das Fleisch gleichmäßig im gesamten Döner zu verteilen. Nichts ist enttäuschender als ein Döner, in dem das ganze Fleisch am Boden des Brotes liegt. Wenn man sich erst durchs Gemüse und dann durch einen Berg von Fleisch essen muss, dann ist das keine Döner-Experience. Ahmet Demir hat das verstanden.“

(Julia, 24)

Eminem

„Nach etwas mehr als sieben Jahren erlöst DER Rapper endlich seine Fans. Das neue Album „Revival“, wird wie alle anderen zuvor wieder zahlreiche Rekorde knacken und eine ganze Generation mitreißen. Keiner versteht es so gut, tiefgründige, ernste Themen so kunstvoll in Rap-Gesang zu verpacken.

Wie gut das neue Album wird, hat schon die Single „Walk on Water“ mit keinem anderen als Superstar Beyoncé verraten. Der Song startete sofort durch – und das wird das Album auch tun.“

(Michel, 21)

Vivianne Westwood

„Weil sie mit 76 Jahren der Hingucker auf jeder Fashion-Show ist und einen 25 Jahre jüngeren Freund hat. Außerdem ist sie PETA-Aktivistin, gegen den Brexit und die älteste Punk-Lady, die wir noch haben. Zuletzt schockierte sie mit der Aussage, dass sie nur einmal in der Woche ein Bad nimmt. Affentittengeil!“

Foto: Jens Kalaene / dpa picture alliance

(Kim-Lisa, 25)

Deniz Yücel

„Seit mehr als neun Monaten sitzt der deutsch-türkische Journalist in der Türkei in Untersuchungshaft. Immer noch fehlt eine Anklage, die Anschuldigungen der türkischen Justiz beruhen nur auf seiner journalistischen Arbeit!

Foto: Karlheinz Schindler / dpa

Yücel wurde 2017 zum negativen Symbol des gewandelten politischen Systems in der Türkei unter Recep Tayyip Erdogan und den politischen deutsch-türkischen-Beziehungen. Er steht für viele Menschen, die in der Türkei ohne Anklage und mit umstrittenen Begründungen in Haft sitzen. Yücel zeigt, wie gefährlich kritische Journalisten leben. #FreeDeniz“

(Sören, 29)

RIN

Der musikalische Überflieger 2017 ist RIN. Sein Hit „Bianco“ zusammen mit Yung Hurn kündigte im letzten Jahr schon an, wohin die Reise geht.

Offenbar von der Muse aus Wien geküsst, legte er 2017 los, den Rap-Kosmos auf den Kopf zu stellen. Mit den Texten, in denen es um Designerklamotten („Gosha Gosha“), alte Freunde, („keine neuen Freunde!“) die Liebe zu Marlboro-Kippen, Drogen und viel Kitsch („Eros“) geht, trifft er den Zeitgeist der jungen Rap-Generation.

Das Debutalbum landete auf Platz 3, die Tour war komplett ausverkauft. Auf den Abriss-Konzerten pfeift er auf Liverap; lieber geht er selbst ab und ruft ab und zu Wortfetzen ins Mikro, das Autotune-Playback tut schon das Restliche. Die Leute lieben es, also alles richtig gemacht!“

(Alexej, 28)

Usain Bolt

Im Sommer verabschiedete sich der achtmalige Olympiagewinner und elfmalige Weltmeister vom Profi-Sport. Bei der Leichtathletikweltmeisterschaft in London. Usain Bolt hält die hält die Weltrekorde über 100 Meter (9,58 Sekunden) und 200 Meter (19,19) und auch mit der Staffel hält er immer noch den Rekord (36,84).

Bei der WM 2017 hatte der Sprinter seinen letzten Auftritt. Er wurde vor und nach seinen Läufen gefeiert. Doch ein fabelhafter Auftritt blieb aus. Bei den 100 Metern erreichte er nur Platz 3 und verlor ausgerechnet gegen den ehemaligen Doping-Sünder Justin Gatlin. In seinem allerletzten Rennen über die 4x400 Meter musste er verletzt aufgeben und beendete seine Karriere mit einer Enttäuschung.

Die Sportwelt wird Usain Bolt vermissen. Zehn Jahre lang war er fester Teil der olympischen Sommerspiele und der Leichtathletikweltmeisterschaften. Usain Bolt hat Laufen wieder cool gemacht. Er wurde zum Megastar und unbesiegbaren Athleten. Während Konkurrenten wie Tyson Gay, Yohan Blake und Asafa Powell mit Doping erwischt wurden, blieb Usain Bolt ewig unbelastet.

Foto: Tim Ireland / dpa picture alliance

Sein Heimatland Jamaika wird ihn wohl für immer feiern. Erst vor Kurzem wurde der 31-Jährige mit einer zweieinhalb Meter großen Bronzestaue geehrt – sie macht seine berühmte Blitzpose. Der schnellste Mann der Welt hat seine perfekte Karriere beendet.“

(Louisa, 23)

Stephen Jones

„Vielleicht ist Stephen Jones besser bekannt als „Der Obdachlose von Manchester”, der den Anschlagsopfern half. Er soll stellvertretend für die vielen mutigen Helfer stehen, die anderen nach Terroranschlägen zur Seite stehen.

Wie bei der Schießerei in Las Vegas, als immer noch Schüsse fielen und Menschen trotzdem wiederkamen, um anderen zu helfen.“

(Freya, 21)

Quelle: Noizz.de

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