Können Sexualstraftäter sich ändern? Kann Pädophilie therapiert werden? Eine neue BBC-Doku zeigt verurteilte Täter, die behaupten: Die Behandlungsmethoden wirken.

Es ist die Frage, die sich unsere Gesellschaft nicht allzu gerne stellt, die sich aber immer wieder aufdrängt: Welchen Platz haben Pädophile in unserer Gesellschaft? Was tun mit Menschen, deren sexuelles Verlangen eine Bedrohung für Kinder darstellt? Die einfachste Lösung dafür wäre natürlich: Versuchen, dieses Verlangen einfach abzuschalten, Pädophilie zu "heilen".

Doch geht das überhaupt? Ein neuer Dokumentarfilm der BBC namens "Can Sex Offenders Change?" beschäftigt sich genau damit. Er erzählt die Geschichte mehrerer verurteilter Sexualstraftäter, darunter die eines Mannes, der sagt: Ich war pädophil, bin es jetzt aber nicht mehr.

In den Verstand eines Kindes "geflüchtet"

Dieser Mann, in der Doku Andrew genannt (falscher Name), wurde vor fünf Jahren verhaftet, weil er 80.000 pornografische Bilder von Kindern besessen hatte. Er behauptet, er habe sich nach einer aufwühlenden Kindheit Jahre lang in den Verstand eines Kindes zurückgezogen, um mit seinem Schmerz fertig zu werden.

Von dem Anziehungsgefühl, das er daraufhin für Kinder empfand, sei er nun jedoch geheilt, sagt er. Und zwar so weitgehend, dass er Dating-Websites nutzt, um eine Frau zu treffen und mit ihr eine Familie zu gründen. Nur wann der richtige Zeitpunkt sei, um der Frau von seiner Vergangenheit zu erzählen, darüber sei er sich noch unsicher.

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Sinneswandel durch Therapie

Zwar sagt Andrew, dass er Kinder jetzt nur noch "normal" als "süß" ansieht – und sich stattdessen zu Erwachsenen hingezogen fühlt – aber er habe immer noch ein Problem, wenn er ein Kind nackt sieht. Diesen fast vollständigen Sinneswandel habe eine mehr als einjährige Therapie herbeigeführt.

Die Doku beschäftigt sich auch mit den Geschichten anderer Sexualstraftäter und der Wirksamkeit von Behandlungsprogrammen. Zu sehen ist sie ab dem 20. August in der BBC-Mediathek "BBC iPlayer".

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  • Quelle:
  • Noizz.de