Mitarbeiter haben sich Prostituierte eingeladen – statt zu helfen!

18 Organisationen in 90 Ländern mit 3.000 Partnern: Das Hilfs-Netzwerk Oxfam arbeitet nach eigener Aussage weltweit, um Menschen in armen Ländern nachhaltige und sichere Existenzgrundlagen zu schaffen.

Damit haben es ein paar Mitarbeiter aber wohl nicht ganz so ernst genommen. Denn hinter dem sauberen Image stecken mitunter dreckige Machenschaften: Am Freitag hatte die britische Zeitung «The Times» berichtet, Oxfam-Mitarbeiter hätten während ihres Einsatzes nach dem Erdbeben in Haiti Sexorgien mit Prostituierten veranstaltet.

Am Sonntag schrieb das britische Wochenblatt «The Observer», im Tschad seien 2006 wiederholt mutmaßliche Prostituierte in das Haus des Oxfam-Teams eingeladen worden.

Jetzt rollen Köpfe für die feucht-fröhlichen Parties: Die britische Oxfam-Vizechefin Penny Lawrence ist zurückgetreten. Sie übernehme die "volle Verantwortung" für das Verhalten von Mitarbeitern in diesen Ländern, auf das "wir nicht angemessen reagiert haben".

Sie schäme sich, dass dies alles passiert sei, teilte Lawrence am Montag in London mit. Als Lawrence im Jahr 2006 zu Oxfam in Großbritannien stieß, war sie zunächst als internationale Programmdirektorin für Teams in Dutzenden Ländern zuständig.

Doch damit wird Lawrence den ins Rollen gekommenen Stein kaum stoppen können. Nach den Party-Berichten in Haiti und im Tschad droht nun die Europäische Kommission, ihre Mittel für Oxfam zu streichen.

Man erwarte, dass die Anschuldigungen so schnell und transparent wie möglich aufgearbeitet werden, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde am Montag. Falls ein Partner den "hohen ethischen Standards" der EU nicht genüge, sei man dazu bereit, die Hilfe zu beenden.

Brüssel habe die Arbeit der Hilfsorganisation in Haiti 2011 mit 1,7 Millionen Euro unterstützt. In dem Karibikstaat war es im Jahr zuvor zu einem schweren Erdbeben gekommen.

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de