Neuseeland will geistig behinderten Menschen abschieben

Kim-Lisa Halwas

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In Deutschland erfolgen Abschiebungen regelmäßig per Flugzeug
In Deutschland erfolgen Abschiebungen regelmäßig per Flugzeug Foto: dpa

Was läuft da denn schief?

Sagar Narayan ist 20 Jahre alt und geistig behindert. Er braucht Hilfe beim Waschen, Anziehen und Essen. Seine Familie kümmert sich rund um die Uhr um ihn. Doch nun soll er nach Fidschi abgeschoben werden, weil die Pflege für ihn zu viel kostet und er als Belastung für das Gesundheitssystem angesehen wird. Dieser Meinung ist die neuseeländische Regierung.

Er und seine Familie zogen vor acht Jahren von den Fidschi-Inseln nach Neuseeland. Sie flohen vor der Korruption und erhofften sich dadurch bessere Pflegemöglichkeiten für ihren Sohn, ein besseres Leben für die ganze Familie. Doch damit soll jetzt Schluss sein.

Sagar selbst weiß nicht, worum es geht. „Er versteht nicht, was hier vor sich geht, und weiß nicht mal, was Einwanderung ist. Er versteht wirklich sehr wenig, er ist auf dem geistigen Zustand eines Sechsjährigen“, sagt der Anwalt der Familie.

In Deutschland gibt es einen ähnlichen Fall. Die albanische Familie Rrustja kam im Februar 2014 nach Deutschland. Die Eltern wollten eine bessere medizinische Betreuung für ihre schwerstbehinderte Tochter Erisa.

Nun droht aufgrund der Ablehnung des Asylantrages die Abschiebung. Da es sich jedoch um einen speziellen Fall handelt, bespricht ihn eine neunköpfigen Härtefallkommission des Landes Nordrhein-Westfalen. Bis heute gibt es kein handfestes Urteil.

Wenn wir mal ganz ehrlich sind, begegnen wir Menschen mit Behinderung so gut wie gar nicht im Alltag. Wir schließen Menschen aus der Gesellschaft aus, nur weil sie anders sind. Sieht so eine tolerantere und offene Gesellschaft aus?

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