Ein Neugeborenes überlebt eine Schießerei auf der Entbindungsstation eines Krankenhauses – trotz Schusswunden. Die Mutter von Baby Amina darf diesen schlimmen Tag nicht überleben. Selbst für ein Land wie Afghanistan, das seit den 70er-Jahren Herd von Konflikten und Krieg ist, ist das eine verstörend tragische Story.

Vergangenen Dienstag starben in der Hauptstadt Afghanistans, Kabul, 23 Menschen. Die Schießerei ereignete sich in der Entbindungsstation des Dasht-e-Barchi Krankenhauses. Während ein US-Beamter via Twitter verlauten ließ, dass die Bluttat als Attacke durch den IS eingestuft würde, meldete sich auch die NGO Ärzte ohne Grenzen, die die Station seit sechs Jahren leitet, zu Wort. Der Angriff sei "vier Stunden Hölle" gewesen. Die bewaffneten Männer hätten sich direkt Schwangere und Babys als Ziel ausgesucht.

Security-Personal trägt ein Neugeborenes aus einem Krankenhaus nach Schießerei in Kabul

Täter konnten erst nach vier Stunden gestoppt werden

Die Schießerei zwischen den Militanten und dem Sicherheitsdienst hielt ganze vier Stunden an. Der Horror konnte erst gestoppt werden, nachdem alle bewaffneten Männer getötet worden waren. In der Zwischenzeit waren bereits viele Mütter ums Leben gekommen. Unter anderem Nazia, die gerade erst das kleine Mädchen Amina zu Welt gebracht hatte. Die Halbwaise wurde ebenfalls zweimal angeschossen. Die Kugeln zerstörten ihr rechtes Bein, das Ärzte in einer Operation wieder herrichten konnten.

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Frederic Bonnot, Leiter von Ärzten ohne Grenzen, sagte gegenüber "BBC", dass es sich um ein systematisches Massaker handelte. Mitarbeiter der Krankenhäuser, in die die geretteten Kinder gebracht worden sind, äußerten sich schockiert über die Tat. "Ich kann mir nichts Feigeres vorstellen", so der Director des Indira Gandhi Kinderkrankenhauses, in das Amina verlegt wurde.

Bisher hat sich keine Gruppierung zu der Tat bekannt.

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Quelle: Noizz.de