Eine Influencerin ließ sich halbnackt fotografieren.

Knapp 33 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ist das Unglück aktuell wieder in aller Munde. Grund dafür ist die unglaublich erfolgreiche HBO-Serie "Chernobyl", die gerade auf SKY zu sehen ist.

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Seit den späten 90ern kann man das Gelände in der ukrainischen Stadt Prypjat, wo das Atomkraftwerk steht, besuchen – was vielen bisher vielleicht nicht bewusst war. Katastrophen-Touristen gab es schon immer – tatsächlich ist der Tourismus in der Stadt aber seit der Ausstrahlung von "Chernobyl" um 40 Prozent gestiegen, wie die englische "Times" berichtet.

Und wo Tourismus herrscht, entstehen auch klassische Touri-Bilder. Ohne großen Suchaufwand findet man auf Instagram unter dem Hashtag #Chernobyl oder der Ortsangabe "Prypjat" hunderte Bilder von Menschen, die freudestrahlend in die Kamera lächeln, lässig vor den Überresten der Katastrophe posieren oder ... sich sogar ausziehen.

Die Bilder stoßen nicht nur auf Begeisterung. Auf Twitter hagelt es vor allem für das Halbnackt-Bild Kritik: "Ich bin absolut verblüfft, dass eine Insta-Influencerin nach Tschernobyl reist, einen Teil ihres Schutzanzugs auszieht und ihren Arsch in die Kamera hält. Ja, Krebs ist scheiße, aber Fame hält für immer, ne?", schreibt ein User ironisch.

Auch Craig Mazin, einer der Macher von "Chernobyl", äußert sich zu den fragwürdigen Bildern: "Es ist wundervoll, dass #ChernobylHBO den Tourismus ankurbelt. Und ja, ich habe die Bilder gesehen. Falls du den Ort besuchst: Bitte vergiss nicht, was für eine schlimme Tragödie dort passiert ist und verhalte dich respektvoll im Angedenken an alle, die dort gelitten und sich geopfert haben."

In der Tat erinnern manche Bilder an die Touristen, die vor dem Holocaust-Mahnmal in Berlin posieren und regelmäßig kritisiert werden – am prominentesten vom Satiriker Shahak Shapira, der mit seinem "Yolocaust"-Projekt auf die Problematik solcher Bilder aufmerksam gemacht hat, indem er den Hintergrund mit KZ-Bildern austauschte.

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Quelle: Noizz.de